Salzburg offline erleben – mit Stadtplan und ohne Handy

Salzburg offline erleben – mit Stadtplan und ohne Handy

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Smartphones können ja zugegebenermaßen super praktisch sein – ja, sogar zu richtigen Lebensrettern mutieren. Ich erwische mich immer wieder wie ich mein Kastl (so wie ich es ja liebevoll nenne) viel zu inflationär verwende und greife aus purer Langeweile dazu und nicht etwa zu einem guten Buch. Und am Ende des Monats bin ich dann enttäuscht, dass ich wieder nicht so viel gelesen habe, wie ich mir vorgenommen hatte. Zu viel Zeit auf Insta oder einfach beim Herumsuchen verschwendet – dass ich zu viel Zeit auf Facebook verbringe, habe ich erkannt und gleich die App am Handy gelöscht – seitdem geh ich tatsächlich entspannter durchs Leben.

Ein kurzer Schwenk noch, bevor ich dich zur eigentlichen Geschichte mitnehme: vor ein paar Jahren hat sich mein damaliges Kastl von mir verabschiedet nachdem es unsanft den Fliesenboden geküsst hatte. Die ersten zwei Tage haben sich wirklich komisch und leer angefühlt, aber danach fühlte ich mich einfach besser. Mit jeder Minute ohne einem Kastl in der Hand oder in der Tasche, war auf einmal so viel Zeit da. Etwas der Zeit musste ich aber darauf verwenden, dass ich mich auf den kommenden Tag vorbereiten musste – anstatt mal schnell Wegbeschreibungen per Google Maps abzurufen, druckte ich mir Weg- und Stadtpläne aus, um dann ans Ziel zu kommen. (Passanten zu fragen wäre natürlich auch eine Möglichkeit gewesen.) Eine Woche ging diese Idylle gut – diese Woche beschreibe ich noch immer gern als eine der besten Wochen in meinem Leben – aber aufgrund der Arbeit und dieses Blogs, musste dann doch ein neues Kastl her.

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Salzburg – Retrostyle

Vor ein paar Wochen war ich also wiedermal im wunderschönen Salzburg unterwegs. Die Mission des Tagesausfluges war es einen Stadtplan von Salzburg zu testen und das Kastl in der Tasche zu lassen. An dem besagten Tag war es allerdings so kalt, dass sich das Kastl binnen weniger Sekunden in einen Winterschlaf versetzte und nicht mehr aufzuwecken war. Auch gut, denn so konnte ich mich voll und ganz auf den Stadtplan konzentrieren.

Während meines Spazierganges in Salzburg schlenderte ich durch das Andräviertel, das mit seinen kleinen Shops und seiner modernen, hippen Seele lockt, aber auch durch die wunderschöne Altstadt, wo die kalte Luft doch erfüllt von lockenden Mittagsgerüchen war. Viele Leute schoben sich hektisch an mir vorbei und nicht nur einen fragenden Blick bekam ich als Reaktion auf meinen Stadtplan aus Papier. Ob ich mich verlaufen hätte oder eine Adresse suchte, wurde ich allerdings nicht gefragt.

Dadurch, dass ich mich immer wieder nach Straßenschildern und Orientierungshilfen umsah, habe ich viele Details entdeckt, die mir sonst verborgen geblieben wären: dekorative Elemente an Häusern, die geschäftigen Gesichter der Passanten, Straßennamen und noch vieles mehr.

Nach einem gemütlichen Niedersitzen in einem kleinen Kaffeehaus in der Altstadt hat sich mein Kastl kurz gemeldet – geblieben ist es dennoch in der Tasche, denn dieses nicht-erreichbar-sein ist auch einfach wunderbar und so rar heute.

Tipps für einen Ausflug mit Stadtplan und ohne Kastl

  • Organisiere dir einen Stadtplan, wie den folierten gefalteten Plan von Marco Polo.
  • Schnapp dir den Stadtplan bevor du deinen Ausflug oder deine Reise antrittst, recherchiere im Internet und markiere dir mit dunklem Edding die Orte, die du besuchen möchtest. Markiere dir auch wo du ankommst und weiterfahren wirst.
  • Schärfe deine Orientierung und versuche einfach mal ohne Google Maps zum Ziel in einer unbekannten Stadt zu kommen.
  • Lass dein Kastl zuhause oder im Hotel, lass dich komplett fallen und lass dich vom Flair der Stadt auffangen.
  • Frag Passanten und Leute im Kaffeehaus nach ihren Tipps und gehe diesen nach.
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Ging es dir auch schon einmal so, dass das Kastl sich verabschiedet hat? Was hast du dann gemacht? Bist du jemand der lieber mit dem Kastl navigiert oder sich auf eine physische Karte verlässt?

Do more of what makes you happy unterschrift

 


Ein herzliches Dankeschön an Marco Polo für die liebevolle Zusammenarbeit und die Zeit offline.

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  • sicherlich eine wahnsinnig coole Erfahrung! ich bin ja leider nicht so begabt was das Lesen von Stadtplänen angeht und die Google Maps hat mir schon einige Male den Weg zeigen müssen … andererseits, was wenn das Handy mal ausfällt – und wie haben wir das eigentlich früher hinbekommen??? 😉

    liebste Grüße auch,
    Tina

  • Sich ohne Handy zurecht zu finden ist ja schon ungewöhnlich.
    Aber ich finde das gar nicht so schlecht. In Kuala Lumpur wollte ich mein Hostel suchen und stand etwas verloren, trotz Google Maps, dort rum. Ich wurde direkt von einigen Einheimischen angesprochen, die mir den Weg erklärt haben. Das hat keine fünf Minuten gedauert, so hilfsbereite Menschen!
    Davon sollten wir Deutschen uns doch noch ein bisschen was abschneiden 🙂
    2016 war ich mit meinem Freund in Paris (Geschäftsreise) und da hat sich sein Black Berry verabschiedet. Kaum die Grenze zu Frankreich passiert, ging das Handy nicht mehr an.
    In Deutschland war danach alles wieder gut. Verstehe einer die Technik…

    Viele Grüße aus Singapur!
    Michelle

  • Liebe Viki! Das ist herrlich, dass Du noch für solche „konsverativen“ Sachen zu haben bist. Ich mache das auch oft so, vor allem mit den Leuten ins Gespräch kommen macht Spass und es ergeben sich viele schöne Momente! Weiter so!

  • Ohja eine gute Idee! Kastl finde ich echt Klasse den Ausdruck ;-). Wir machen das eigentlich öfter auch so und auch für unsere geplante Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn wird mit Büchern, zusätzlich zum Internet gearbeitet. Wie schön ist es Abends im Bett im Buch zu blättern und sich schon mal auf die Reise zu freuen.

    Lg aus Norwegen
    Ina

  • Ich liebe diese Stadt sehr, sie gehört für mich zu den schönsten Orten der Welt. Ich finde es gut, sich mal eine Pause vom Handy zu gönnen, so nimmt man wenigstens seine Umgebung besser wahr.
    Liebe Grüße
    Sigrid

  • Ich finde auch heute noch Karten aus Papier besser. Wobei Google Maps oft auch eine Hilfe ist. Trotzdem kann ich auch nur jedem empfehlen, sich eine Karte in Papierform einzustecken!

  • Tolle, motivierende Idee – ich ertappe mich leider auch immer wieder dabei, dass ich starr aufs Handy schaue anstatt mit meiner Umwelt zu interagieren. Werde jetzt wirklich auch ab und an mal „Handyfasten“ und bei meiner nächsten Reise bewusst analog durch die Gegend marschieren. Bei meinem Unvermögen Karten zu lesen entdecke ich da sicher wie früher – da ist es mir in Folge oft passiert – Dinge, die ich „auf Kurs“ nie zu Gesicht bekommen hätte.

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