Inselhüpfen in der Karibik: Tipps fürs Reisen mit der Fähre L’Express des îles

Faehre Karibik Express des Iles
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Im östlichen Teil der Karibik sind einige der Inseln durch eine Fähre verbunden. Ideal, um bei einer Reise mehr als nur eine Insel zu erkunden und nicht immer auf die kleinen, oft unzuverlässigen karibischen Fluglinien vertrauen zu müssen. Wie es ist, mit den Fähren von Insel zu Insel zu hüpfen, worauf zu achten ist und viele weitere Tipps verrate ich dir in diesem Blogartikel.

Bei meiner Reiseplanung für Dominica wollte ich nicht nur die Insel selbst erkunden, sondern auch die geografische Nähe zu anderen Inseln nutzen, um diese kennenzulernen. Viele Inseln in der Karibik sind schlicht zu weit voneinander entfernt, als dass Fähren sinnvoll wären. Selbst die ABC-Inseln vor der Küste Venezuelas sind aktuell nur mit dem Flugzeug miteinander verbunden.

In der Ostkaribik gibt es jedoch eine Fährgesellschaft, die einige der Inseln mit regelmäßigen Fährverbindungen verbindet. Erfahrungsberichte gibt es dazu im Internet nur kaum und da die Webseite zum Großteil nur auf Französisch betrieben wird und nur wenige Infos auf Englisch verfügbar sind, ist es mir ein Anliegen, meine Erfahrungen und Tipps von meinen Reisen mit der Fähre L’Express des îles mit dir zu teilen.

Tipps für das Reisen mit L’Express des îles

Im Februar 2024 war ich gleich dreimal mit L’Express des îles unterwegs. Jede Reise war eine andere Route bzw. immer ein anderer Startpunkt, die mit verschiedenen Aus- und Einreiseprozeduren verbunden waren.

Wieso überhaupt mit der Fähre in der Ostkaribik reisen?

Manch eine*r da draußen fragt sich vielleicht, wieso nicht einfach fliegen? Ja, es gibt natürlich Flugverbindungen zwischen den verschiedenen Inseln. Jedoch sind diese kleinen karibischen Airlines nicht immer sonderlich zuverlässig und alle paar Jahre gehen sie in Konkurs. Nachdem ich vor einigen Jahren sehr, sehr viel Glück hatte und bei einer Reise nach Aruba, Bonaire und Curaçao mit der damaligen Insel Air unterwegs war und die dann zwei Wochen nach unserem letzten Flug zwischen den Inseln ihre Tätigkeit eingestellt hat, wollte ich dies nicht noch einmal riskieren.

Ein weiterer Grund, wieso ich mich für die Fähre entschieden habe, ist recht einfach: Ich wollte die Entfernung zwischen den Inseln spüren und ein Verständnis für die Entfernung bekommen. Mit dem Flugzeug ist man ja in 1-2 Stunden quasi überall und ich wollte entschleunigt reisen.

Auch nicht unwichtig: Da ich die Inseln hauptsächlich wegen des Tauchens besucht habe, hatte ich auch recht viel Gepäck mit dabei, und dieses im Flugzeug mitzunehmen ist oft sehr kostspielig und zum Teil bei kleinen Fluggesellschaften gar nicht möglich. In der Fähre mit einem kleinen Aufpreis hingegen kein Problem.

Fährverbindungen mit L’Express des îles

Die Fährgesellschaft L’Express des îles fährt vier größere Inseln in der Ostkaribik an. Diese sind

  • Saint Lucia mit dem Hafen in Castries
  • Martinique mit dem Hafen Fort-de-France
  • Dominica mit dem Hafen Roseau
  • Guadeloupe mit dem Hafen Pointe-à-Pitre

Von Guadeloupe aus gibt es noch zwei weitere Verbindungen auf die kleineren Inseln, die dazugehören: 

  • Les Saintes
  • Marie-Galante

Während es nach Marie-Galante zwei Verbindungen pro Tag gibt und so ein Tagestrip auf die Insel ermöglicht, gibt es aktuell nach Les Saintes nur eine Verbindung jeweils sonntags.

Nicht unwichtig: Es gibt eine weitere Fährgesellschaft, die eigene Routen ansteuert und auch manche Fahrten von L’Express des îles durchführt – vergleichbar mit Code Share Flügen. Ich bin selbst nicht mit Jeans for freedom unterwegs gewesen, habe aber ihre Fähren gesehen.

Tipp: Es ist übrigens möglich, ein Auto auf die Fähre mitzunehmen. Checke das vorab auf jeden Fall mit dem Mietwagenanbieter, ob das überhaupt gestattet ist.

Reiseplanung

Die Inseln Saint Lucia, Martinique, Dominica und Guadeloupe sind dank L’Express des îles mit mehreren Fährverbindungen pro Woche miteinander verbunden. Diese sind jedoch nicht jede Woche gleich. Meist gibt es zwei bis sechs Verbindungen pro Woche. 

Wichtig: Bevor du deine Flüge in die Karibik buchst, checke unbedingt die Fährverbindungen zwischen den Inseln, da diese nicht jeden Tag unterwegs sind.

Für meine Reise habe ich meine internationalen Flüge so gebucht, dass sie mit den Fähren gut zusammenpassen und ich dennoch ausreichend Zeit haben würde, sollte sich mein Gepäck verspäten.

Wichtig: Die Webseite von L’Express des îles ist nur zum Teil auf Englisch verfügbar und springt auch immer wieder zwischen Englisch und Französisch.

Tickets online kaufen

Meine Tickets habe ich dann gut zwei Monate vor meiner Reise gekauft. Die Fähre war auch nicht voll, jedoch kann sich das schnell ändern. Gerade, wenn es dann in Richtung Hochsaison geht. Man weiß ja nie, wann sich größere Gruppen einbuchen, und leider sieht man online auch nicht, wie viele Tickets es noch gibt. 

Je nachdem, welche Tickets noch verfügbar sind und ob man nur in eine Richtung unterwegs ist oder Hin- und Retour gibt es verschiedene Preise. Für Round-Trip gibt es Angebote für 99€. Sonst gibt es die günstigsten Tickets ab 59€ pro Strecke. Diese können zwar gegen eine Gebühr von aktuell 3€ auf gewisse Tage umgebucht, aber nicht erstattet werden. Teurere Tickets ab 79€ können auf alle Tage umgebucht werden und ab 89€ sogar erstattet werden.

Zusatzgepäck buchen

Inkludiert im Ticket sind ein Stück Handgepäck und ein Gepäckstück, das man einchecken kann. Da ich selbst mit einem Rucksack, einer Umhängetasche, sowie einem großen Koffer und einem kleineren Koffer unterwegs war, habe ich bei der Buchung einen zweiten Koffer bezahlt. Das kostet aktuell 30€ pro Strecke.

In der Realität war es dann so, dass es bei der Buchung wohl einen Fehler gab und mein zweiter Koffer nur auf einer der drei Strecken bestätigt wurde. Da mein zweiter Koffer allerdings auch als Handgepäck gewertet wurde, musste ich nicht noch einmal aufzahlen.

Grundsätzlich ist die Fährgemeinschaft sehr kulant, was die Anzahl der Handgepäckstücke betrifft. Richtig große Koffer gehen nicht durch, aber kleine bis mittelgroße Koffer habe ich auf all meinen drei Fährfahrten im Passagierraum gesehen.

Wer sich unsicher ist, kann auch einfach vor Ort beim Check-In für Zusatzgepäck bezahlen. So würde ich es in Zukunft handhaben.

Check-In und Abreise

Die Fährgesellschaft empfiehlt, etwa zwei Stunden vor Abfahrt beim Terminal zu sein. Das klingt vielleicht viel, aber vergiss nicht, dass du vor Ort einige Stationen durchlaufen musst:

  • Check-In mit Ticketkontrolle und Abgabe des Gepäcks
  • Ausreisegebühr entrichten (nur fällig in Saint Lucia und Dominica; diese kann man sowohl mit Karte als auch Bar bezahlen)
  • Sicherheitskontrolle
  • Ausreise und Passkontrolle

In Saint Lucia war ich sogar knapp mehr als zwei Stunden vor Abfahrt dort und hatte keine langen Schlangen vor mir. Die Aufenthaltshalle war auch mit Abstand die angenehmste und sogar das WLAN hat dort funktioniert.

In Guadeloupe war ich gut 1,5 Stunden vorher dort und hätte doch eine Spur früher kommen sollen, weil die Fähre an dem Tag wohl sehr gut gebucht war und viele Leute einchecken wollten.

Achtung: In Guadeloupe ist das Fährterminal sehr lange und in zwei Bereiche unterteilt. Im rechten, vorderen Teil legen die Fähren zu den anderen Inseln von Guadeloupe ab und im linken, hinteren Teil die internationalen ab, die nach Dominica, Martinique und Saint Lucia fahren. Ich habe zuerst beim falschen Schalter gewartet.

In Dominica war ich eindeutig zu spät dran – wie auch einige andere. Eine Stunde vor Abfahrt ist zu wenig Zeit und die Sicherheits- wie auch Passkontrolle hat viel mehr Zeit in Anspruch genommen als gedacht. Es waren sehr viele Reisende vor Ort und zu wenige Mitarbeiter, die uns abfertigten. Also, lass dir das eine Lehre sein: Vor allem in Dominica wirklich zwei Stunden vor Abfahrt dort sein, und sich dann nicht stressen lassen. Ich hatte tatsächlich Glück, weil die Fähre etwas verspätet war.

Die Fähre

An sich ist die Fähre nichts Besonderes: Etwas in die Jahre gekommen, dennoch sind die Sitze bequem und es ist grundsätzlich sauber. WLAN gibt es allerdings nicht.

Es gibt drei Bereiche, wo man sich aufhalten kann:

  • Klimatisierte Kabine unten
  • Nicht klimatisierte Kabine oben
  • Offenes Deck oben im hinteren Bereich

An Board gibt es zwar einen Snack- und Getränkeautomaten, der allerdings nicht in Betrieb war. Das kleine Bistro verkauft auf gewissen Streckenabschnitten Getränke und Sandwiches. Die Auswahl ist nicht groß und ich würde dir raten, Snacks und Getränke selbst mitzubringen. Achte allerdings darauf, dass du auch nicht zu viel Essen mitnimmst, da es bei der Einreise dann Probleme mit dem Zoll geben kann.

Die Fahrt

Wer dazu neigt, seekrank zu werden, dem kann ich folgende Tipps geben:

  • Setze dich in den unteren, hinteren Bereich der Fähre an einen Fensterplatz. Hier bewegt sich das Schiff am wenigsten.
  • Richte deinen Blick auf den Horizont bzw. darüber hinaus. Schaue nicht nach unten.
  • Trinke keinen Kaffee, Schwarztee oder Alkohol und verzichte auf fettiges Essen vor der Fahrt.
  • Habe Tabletten parat.
  • Trage Seabands oder massiere dir unter dem inneren Handgepäck einen Punkt. Das hilft mir seit Jahren.
  • Sollte der Wellengang stärker werden, verteilt die Crew Plastikbeutel.

Im Februar war der Seegang nicht allzu wild, dennoch bemerkt man einen großen Unterschied, wenn die Fähre im Schutz der Inseln fährt und wann sie zwischen den Inseln ungeschützt unterwegs ist. Es war dennoch auf jeden Fall aushaltbar, ich hatte schon schlimmere (aber auch schon ruhigere) Überfahrten.

Einreise, Visa & Zoll

Wer Zeit sparen möchte, sollte beim Aussteigen aus der Fähr flink sein. Denn die Warteschlangen bei der Einreise waren auf Saint Lucia und auch in Dominica recht lange. Lediglich auf Guadeloupe ging es flott, weil es hier einen eigenen Schalter für EU Staatsbürger gibt. Das erleichtert natürlich einiges.

Auf keiner der Inseln habe ich vorab ein Visum beantragt – für Guadeloupe sowieso nicht, da es ja Teil von Frankreich ist. Für Saint Lucia gibt es zwar eine Online Registrierung, um die Einreise zu beschleunigen, jedoch gilt diese nur bei Anreise mit dem Flugzeug und nicht auf dem Seeweg. Auf der Fähre werden Einreiseformulare für Saint Lucia und Dominica verteilt, diese muss man einfach ausfüllen und das war es auch schon.

Vor deiner Reise solltest du dies jedoch überprüfen, da sich diese Bestimmungen natürlich auch ändern können.

Was alle Inseln gemein haben: Die Zollkontrolle ist sehr gründlich. Nimm also kein frisches Obst oder anderes Essen mit, das du nicht auf der Fähre isst. Im einfachsten Fall werden dir die Lebensmittel einfach abgenommen, im schlimmsten Fall gibt es eine Strafe.

Weitere Tipps für eine Reise mit der Fähre in der Karibik

  • Die Fahrten dauern zum Teil recht lange – vor allem, wenn man von Saint Lucia bis nach Guadeloupe reist. Nimm dir aus diesem Grund etwas zu lesen mit oder lade dir Serien oder ein Hörbuch herunter.
  • Ein Nackenkissen wie das Ostrichpillow Go kann die Reise auch bequemer machen.
  • Im klimatisierten Teil der Fähre kann es auch etwas frischer werden. Ein Schal oder ein dünner Pullover sollten auf jeden Fall ausreichen.
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Grüß dich, ich bin Viki!

Hier auf meinem Blog Chronic Wanderlust berichte ich von meinen beiden großen Leidenschaften: dem Reisen und dem Tauchen – und das schon seit 2013.

Meist bin ich gut die Hälfte des Jahres unterwegs, um außergewöhnliche Unterwasserabenteuer zu erleben, Roadtrips durch mir unbekannte Länder zu unternehmen oder meine Heimat Österreich zu erkunden.

Als ausgebildeter Divemaster, passionierte Unterwasser- & Reisefotografin, Enthusiastin für Roadtrips und Individualreisen, sammle ich einzigartige Augenblicke auf der ganzen Welt. 

Ich glaube nicht, dass schwere Fälle von Fernweh – auch chronisches Fernweh (= Chronic Wanderlust) genannt – geheilt, sondern nur behandelt werden können. Auf diesem Blog will dir zeigen, wie das am besten zu verwirklichen ist.

Neugierig darauf, mich besser kennenzulernen?