Varsana Eco Yoga Village in der Nähe von Bogotá – mein erstes Wochenende in Kolumbien

Varsana Eco Yoga Village

Varsana Eco Yoga Village in der Nähe von Bogotá – mein erstes Wochenende in Kolumbien

Ich bin noch nicht einmal eine Woche in Kolumbien und schon steht der erste Wochenendtrip bevor – wenn auch nur ein kurzer und so weit weg geht es auch nicht. Gemeinsam mit anderen Studenten aus Kolumbien und der Welt und auch anderen Junggebliebenen ging es vergangenes Wochenende ins Varsana Eco Yoga Village in Granada, das ca. eine Stunde von Bogotá entfernt ist.

Yoga, wirklich?!

Nachdem ich Yoga nicht praktiziere, jedoch immer neugierig auf das bin was es mit anderen, mir unbekannten Dingen auf sich hat, habe ich beschlossen diese kleine Herausforderung anzunehmen. (Außerdem wollte ich mehr Studenten in meinem Alter kennenlernen und das hat wunderbar funktioniert!) Wie viele Yogasessions es im Endeffekt sein würde, wusste ich vorher nicht.

Raus aus Bogotá, auf nach Varsana

Als wir uns am Nachmittag in Bogotá trafen und mit 45 Minuten Verzögerung (weil Lateinamerika 😉 ) aus der Stadt rausfuhren wurde mir mal wieder bewusst wie RIESIG manche Städte doch sind. Ich war zuvor schon knapp eine Stunde mit dem Bus zum Treffpunkt gefahren und jetzt fuhren wir noch immer in der Stadt herum. Um uns herum viel Armut, viele sehr einfache Häuser (manche würden eher der Bezeichnung Baracke entsprechen), an den Berghängen im Osten liegen arme Barrios oder eben Slums. Und obwohl man meinen müsste es wäre trist hier durchzufahren haben es die Bogotaner geschafft mit wundervollen Graffitis ihre Stadt lebendiger und bunter zu gestalten.

In Granada angekommen, parkt unser kleiner Bus vor einem verwachsenen Torbogen und ein kleines Schild zeigt an, dass wir hier durch müssen um ins Varsana Eco Yoga Dorf zu gelangen.

Varsana Eco Yoga Village Eingang

Beim Eintreten tauche ich in eine surreale Welt mit eigenem Kosmos ein und komme aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: es ist alles so grün und unzählige Tempel mit geschwungenen Dächern, verspielten Eingängen und Brunnen liegen am Weg zum kleinen Hauptplatz vor dem Restaurant. Nur der Lärm der Autobahn stört diese eigene Welt ein wenig.

Wir werden herzlichst von einer jungen Dame empfangen, die eine bunte Malerei auf der Stirn und ein indisches Gewand trägt. Sie führt uns weiter hinein in diese Fanatsiewelt, hin zu einem Fleckchen Wiese, wo wir unsere Zelte aufbauen sollen. Die meisten der Kolumbianer haben noch nie gezeltet oder noch nie selbst ein Zelt aufgebaut – da kommt mein Abenteuersinn durch und mit den richtigen Kommandos steht unser Zelt noch lange vor den anderen. Ich lasse den Zeltplatz mal Zeltplatz sein und erkunde das Terrain:

Varsana Eco Yoga Village ZeltenVarsana Eco Yoga Village Bogota

Eine eigene, kleine Welt

Das Gelände der Finca ist abschüssig, teilweise bewalded und erlaubt somit nicht, dass man das Ganze auf einmal erfassen könnte. Hinter unserer Zeltwiese erheben sich ein paar Felsen und bei genauerem betrachten stelle ich fest, dass dort ein Elefant liegt. Ein RIESENHAFTER Elefant. Leben tut er nicht, denn er ist in Stein gemeiselt. Dieser fasziniert mich so sehr, dass ich die ebenso monströse Schlange gleich daneben zuerst nicht sehe und dann erschreckt erstarre.

Die steinerne Schlange hält das Maul weit aufgerissen und ihre Zähne sind größer als meine Arme. Ihr Maul ist ausgehöhlt und ein Tunnel führt in den Untergrund. Reingehen traue ich mich allerdings nicht. Ich entdecke noch weitere Statuen und bin froh, dass es noch nicht ganz finster ist.

Varsana Eco Yoga Village ElefantVarsana Eco Yoga Village Steinstatue

Später treffen wir uns im kleinen Laden und Restaurant um gemeinsam zu essen. Das besondere am Essen in Varsana? Alles wird auf der Finca selbst angebaut und alle Speisen sind vegetarisch – mein Herz lacht!

Varsana Eco Yoga Village Essen
Wrap mit Quinoa und g'schmakige Suppe

Weise Worte

Eine der ältesten des Dorfes gesellt sich dann zu uns und erzählt über das Leben in der Kommune und über den Glauben der Hare Krishnas. Gespannt hängen wir an ihren Worten, die meisten haben zwar schon irgenwann etwas darüber gehört, aber diese Erfahrungen aus erster Hand zu erzählt zu bekommen ist etwas besonderes.

Durchs Zuhören haben wir ganz die Zeit übersehen und draußen ist es bereits dunkel. Und kalt. Richtig kalt. Ich bin ernsthaft am Überlegen ob ich nicht doch im Haus anstatt im Zelt schlafen soll. Da es aber in den meisten kolumbianischen Häusern keine Heizung und schlechte Isolierungen gibt, bleibe ich dann aber doch beim Zelt. Ich organisiere mir sicherheitshalber noch einen dritten Schlafsack und lege mich dann in mein Zelt. Kaum bin ich in die Schlafsäcke gewickelt ist es schon nicht mehr kalt und ich schlummere ins Träumeland hinüber. In der Nacht erwache ich doch einige Male, da mir im Schlafsack zwar wohlig warm ist, in meinem Gesicht aber quasi Eiszeit herrscht. Gegen halb sechs weckt uns ein Geräusch: eine der Katzen hat sich ins Unterzelt gezwungen und miaut aus voller Kraft heraus. Anscheinend ist auch ihr kalt. Aus diesem Grund checke ich das Wetter und mein Handy sagt mir: feine 2°C! Brrr!

Varsana Eco Yoga Village Zelten
Zelten bei 2°C – Brrrr!

Tag 2 in Varsana

Dann geht's zur Yogastunde – langsam werden uns die einzelnen Positionen und Krieger erklärt und ich merke wieder wie ungelenkig ich doch bin. Nachdem ich die Nacht über aber nicht ausreichend geschlafen habe, kämpfe ich mit Kopfschmerzen und gebe mich nach einigen Übungen geschlagen und beobachte die anderen gespannt aus einer Ecke.

So kalt die Nacht auch war, desto schöner ist der heutige Tag. Unser Frühstück nehmen wir auf der Wiese ein – wieder gibt es Köstlichkeiten: Joghurt, frisches Obst, Popcorn und einen großen Cookie.

Varsana Frühstück
Frühstücksorgie

Ein Rundgang durchs Paradies

Nach dem deliziösen Frühstück und Sonne tanken, werden wir eingeladen das Gelände von Versana kennenzulernen. Wieder passieren wir die riesigen Steinstatuen, lernen den Garten kennen, wo alles Mögliche wächst und gedeiht. Wir lernen mehr über die Lebensweise der Hare Krishnas und die Art wie sie hier leben. Auch das Wort Monsanto fällt und mir kommt so vor als hätten die anderen noch nie etwas davon gehört…

Wir wandern weiter durch dieses kleine Paradies und gelangen an einen kleinen Bach und eine Quelle – einige von uns sind mutig genug und legen sich in den frischen Bach. Danach heißt es Abschied nehmen und wir fahren durch die Berge zurück nach Bogotá.

Varsana Eco Yoga Village Garten

Weitere Infos

Das Ganze wurde von IBSA (einer Organisation für internationale Studenten) gemeinsam mit Outlanders Colombia organisiert und hat heiße 30.000 Pesos, also nicht einmal 10€ gekostet – Transfer, Übernachtung, Abendessen, Frühstück, eine Yogasession und ein Rundgang auf der Finca.

An sich wird keine Gebühr für den Eintritt verlangt, jedoch die Yogakurse und Führungen kosten etwas. Du findest hier mehr Infos über Varsana.

Warst du auch schon einmal hier oder hast ein ähnliches kleines Paradies wo anders entdeckt? Rein damit in die Kommentare, ich bin – wie immer – gespannt!

Keep on travelling

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