Wieso bei der Einreise in Neuseeland mein Name gegoogelt wurde

Wieso bei der Einreise in Neuseeland mein Name gegoogelt wurde

Reisen: zuerst lässt es dich sprachlos, um dich dann in einen Geschichtenerzähler zu verwandeln

Auckland, Neuseeland – früh am Morgen am internationalen Flughafen AKL.

Nach einem langen Nachtflug von Bali erreiche ich endlich Neuseeland. Ich mache mich auf um meinen Rucksack vom Band abzuholen. Anscheinend wurde ich dazu auserkoren um den Einwanderungsbehörden von Neuseeland mehr über mich zu erzählen. Eigentlich habe ich keine Lust dazu, aber es hilft ja nichts. Erstaunlicherweise bin ich gut geruht vom Flieger gekommen und sah dies als Chance neue Leute kennenzulernen. Und man weiß ja nie wie sich die Dinge entwickeln – und schon gar nicht welchen Lauf diese Geschichte nahm. Es ist ja nichtmal eine Geschichte, sondern die pure Realität und war eindeutig die lustigste und einprägsamste Art meinen Tag und meine Reise zu starten.

Zwei Schalter sind vor mir, aber nur einer davon mit einem Beamten besetzt. Weitere sind hinter Trennwänden versteckt. Irgendein Gefühl verriet mir zum linken Schalter zu gehen: ein älterer Herr mit grau-weißem Haar und einem sympathischen Lächeln. Er erschien mir sehr vertrauenswürdig, wie ein Opa, sehr hilfreich und nett.

Wie kam es also dazu

Um die ganze Konversation ein wenig lebendiger zu gestalten, habe ich beschlossen dies als Dialog niederzuschreiben. Der Beamte mit B betitelt und ich eben als V.

B: Wie lange haben Sie vor in Neuseeland zu bleiben? Und so nebenbei ich liebe Ihren Hut!

V: 3,5 Tage und vielen Dank!

Ich bemerke wie er mich verwundert ansieht.

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V: Ich weiß es ist wahnsinnig kurz und eigentlich auch nicht was ich geplant hatte. Ich bin quasi auf Bali festgesessen, weil auf der Nachbarinsel Java ein Vulkan ausgebrochen ist und das hat meine Reisepläne ein wenig über den Haufen geworfen! Ich wollte so unbedingt früher hierherkommen um dieses wunderschöne Land kennenzulernen.

B: Oh, naja da kann man wohl nichts machen. Ich bin sicher Sie kommen wiedermal hierher. Also, was wissen Sie denn über Neuseeland und was sind die Pläne für die paar Tage?

V: Sobald wir hier fertig sind, werde ich meinen Mietwagen abholen um dann in den Süden zu fahren. Dort möchte ich die Glühwürmchen-Höhlen von Waitomo besuchen. Morgen steht Fallschirmspringen am Programm und das Filmset von den Herr der Ringe und Hobbit Filmen in Matamata. Danach noch ein kurzer Besuch in Rotorua und danach schon wieder zurück nach Auckland für die letzte Nacht.

B: Das klingt ja nach einem tollen Plan.

Er nimmt meinen Reisepass in die Hand und seine Finger blättern durch die Seiten. Die vielen Visastempel fallen ihm sofort auf.

B: Da war ja jemand schon ziemlich viel unterwegs. Sie sind also Studentin – was studieren Sie denn und wie finanzieren sie denn Ihre ganzen Reisen?

V: Ich habe kürzlich meinen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen abgeschlossen und was die Finanzierung angeht: da gibt's verschiedene Quellen.

B: Und die wären?

V: Ich arbeite Teilzeit und verdiene somit mein eigenes Geld und verwende das fürs Reisen. Und dann habe ich eine Reiseseite im Internet – ich war mir nicht sicher ob er wusste was ein Blog ist, also versuchte ich es so allgemein wie möglich zu halten – und das funktioniert recht gut. Aus diesem Grund arbeite ich viel mit Tourismusverbänden und Destinationen zusammen. Diese laden mich dann teilweise in ihr Land ein und im Gegenzug schreibe ich über meine Erfahrungen und verschiedene Blickpunkte der Reise. Also werde ich zu Gruppenreisen eingeladen oder ich habe Sponsoren, die mir helfen meine Reisen zu finanzieren.

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B: Und haben Sie einen Sponsor für diese Reise?

V: – ein wenig stolz – Ja! Es ist ein deutscher Verlag und Fernsehsender. Ich filme jeden Tag meiner Reise und sie schneiden und bearbeiten das Material und gestalten es so, dass es was hermacht.

B: Und wer ist dieser Sponsor?

V: Ich bin mich nicht sicher, ob Sie davon gehört haben. Es ist Marco Polo.

B: Oh ja natürlich kenne ich sie. Sehr beeindruckend!

Dann konzentriert es sich auf den Bildschirm vor sich, und blickt kurz wieder auf.

B: Einen Moment bitte, ich muss jetzt all diese Felder ausfüllen

Erneut widmet er sich dem Bildschirm und dann:

B: Also sind Sie ein Taucher, Wanderer und Abenteurer?

Ich konnte meinen Ohren nicht glauben. Habe ich gerade richtig gehört? Hat der Beamte jetzt gerade was aus meinem Blog zitiert?

V: Ähm, Sir, haben Sie gerade meinen Namen gegoogelt?

B: Und wie! Chronic Wanderlust! Wie treffend! Toller Name!

Ich konnte mir ein Kichern nicht verkneifen und schon stand ich mit einem breiten Grinsen vor dem Beamten.

V: Danke! Ich geb‘ mein Bestes!

B: Lassen Sie mich das nur schnell in die Einreisedokumente kopieren, dann können Sie auch schon bald gehen.

Anscheinend las er gerade die „Über mich“ Seite auf meinem Blog und begann verschiedene Teile in die offiziellen Dokumente zu kopieren.

Als er fertig war, nahm er meinen Reisepass, suchte nach einer freien Seite und stempelte das Visum hinein.

B: Und schon fertig! Eine gute und sichere Reise!

Ich dankte ihm und schob den Trolley mit meinem Rucksack vor mir her. Zum ersten Mal in meinem Leben im Land der Kiwis! Das erste Mal in Mittelerde!

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Nicht einmal im Traum hätte ich mir folgendes vorstellen könne: In der Ankunftshalle steht eine riesenhafte Zwergenstatue, der die Ankömmlinge begrüßt. Nach dem obligatorischen Selfie machte ich mich auf um mein Mietauto abzuholen und einfach zu fahren!

Dwarf Middle Earth Auckland Airport

Habt ihr auch lustige oder eher erschreckende Geschichte, die euch bei der Einreise passiert sind? Ich hatte schon das Vergnügen wahnsinnig unfreundliche Beamten anzutreffen, aber auch überaus freundliche und hilfsbereite.

Erzähl mir deine Geschichte in den Kommentaren!

Keep on travelling!

Viki

Anmerkung: Diese Reise war Teil meiner Traum.Welt.Reise – “In 72 Tagen um die Welt” Marco Polo und Marco Polo TV diesen Sommer.

TraumWeltReise Viktoria Urbanek Marco Polo Chronic Wanderlust

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Mehr davon, bitte!

1 Comment

  • Tolle Geschichte!! Da sieht man einmal wie nett auch die Beamten am Flughafen sein können! Ich hatte das große Vergnügen auf Bora Bora die nettesten Pass Kontrolleure anzutreffen!
    Solche Menschen vergisst man nie 🙂

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