Wieso mich das Freitauchen so fasziniert: 11 Gründe, mit dem Freitauchen anzufangen

Freitauchen Gruende wieso damit starten
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Seit Jahren stand es bei mir auf der Liste: Freitauchen lernen. Doch immer wieder kam etwas dazwischen. Dieses Jahr habe ich mir diesen Wunsch tatsächlich erfüllt und hätte mir nie gedacht, wie sehr mich diese Wassersportart in den Bann ziehen würde. Wieso das so ist und wieso auch du mit dem Freitauchen beginnen solltest, erfährst du hier.

Gründe, mit dem Freitauchen anzufangen

Die Welt, die man als Apnoe-Taucher*in kennenlernt, ist eine andere als beim Gerätetauchen oder beim Schnorcheln. Neben den klassischen Freitauch-Disziplinen an einer Boje mit Seil oder im Pool eröffnet einem diese Sportart jedoch noch so viel mehr. Was für mich das Besondere am Freitauchen ist und wieso ich absolut verliebt, verrate ich dir jetzt:

#1 Atmen wird relativ

Bei meinem ersten Freitauch-Kurs mit Donna in Cabo San Lucas in Baja California, Mexiko habe ich ihr an den Lippen gehangen. „Wie soll das denn gehen?“, dachte ich damals mehrmals mehr als ungläubig. Ich sollte bereits während des ersten Kurses über 2 Minuten lang meine Luft anhalten können?

Jetzt schmunzle ich darüber, denn ich weiß, dass das mit der richtigen Technik kein Problem ist. Der Reflex bzw. das Verlangen zu atmen, kann man unterdrücken und hinauszögern. Mit dem richtigen und guten Instruktor gelingt das noch schneller.

#2 Schnelle Fortschritte

Seit Jahren suche ich bereits nach einer Sportart, die mich fesselt und an der ich mit Freude dranbleibe. Das Freitauchen hat genau das endlich geschafft. Denn obwohl ich erst seit Mitte 2023 zertifiziert bin, trainiere ich meist einmal die Woche im Pool und in den Sommermonaten dann auch regelmäßig im See. Das, was mich so anspornt, ist die magische Tatsache, wie schnell man sich verbessern kann. 

Bei meinem ersten Apnoe-Kurs hatte ich Mühe, die 20-Meter-Marke zu knacken. Kurz darauf gelangen mir im Attersee 31 m. Und nach meiner Reise nach Italien zum Y-40 Pool in Montegrotto Terme habe ich tatsächlich die 42,1 m geknackt. Und auch einen neuen Zeitrekord für mich von 2:14 bei Free Immersion aufgestellt. Das motiviert natürlich unheimlich. 

Hinweis: Mir ist bewusst, dass ich mit meinen Ohren gesegnet bin und kaum Probleme beim Druckausgleich bzw. mit Infektionen habe. Andere können ggf. nicht so schnell diese Erfolge nachweisen.

#3 Das Gefühl von Freiheit

Ein weiterer Grund, wieso mich das Freitauchen so fasziniert, ist dieses unbeschreibliche Gefühl von Freiheit. Nicht nur beim Trainieren im Pool, sondern auch im See oder im Meer. Diese Schwerelosigkeit, die sich nach wenigen Metern einstellt und man dann sanft und daraufhin immer schneller sinkt, ist einfach unbeschreiblich. Aber auch, dass man vieles beim Freitauchen selbstständig trainieren kann – wenn es nicht gerade darum geht, neue Bestzeiten aufzustellen. 

#4 Auch im Alltag nützlich

Die Atemtechniken, die man während der Kurse erlernt, sind nicht nur beim Freitauchen an sich nützlich. Denn auch im Alltag haben mir die Fähigkeiten weitergeholfen, um Situationen mit mehr Ruhe zu meistern. Auch, wenn ich nach wie vor kein Fan von Yoga bin und ich die Übungen nur aus dem Grund mache, um mich beim Freitauchen zu verbessern, so merke ich doch, dass es etwas bringt. Ob ich jetzt Yoga-Retreats besuchen werde? Ich denke nicht.

#5 Nicht nur körperliches Training, sondern vor allem mental

Wenn jemand das Sport- oder Gerätetauchen als Sportart einstuft, muss ich ja meist schmunzeln. Denn für mich ist der sportlichste Teil ja meist das „in den Anzug rein“ oder „mit dem schweren Equipment zur Tauchstelle kommen“, aber nicht das Tauchen an sich.

Das Freitauchen ist vor allem eine mentale Sportart. Ich will nicht negieren, dass es auch körperlich ist, denn das ist es sehr wohl. Vor allem kommt es beim Freitauchen auf einen starken Willen und Durchhaltevermögen an. 

#6 Neue Welt – Keine Bubbles

Einer der Hauptgründe, wieso ich dieses Jahr unbedingt mit dem Freitauchen beginnen wollte, waren einige Reisen, die anstanden bzw. auf die ich mich in den nächsten Jahren vorbereiten wollte. Manche Erlebnisse im Meer kann man nicht als Gerätetaucher erleben, weil die Tiere sich zu schnell bewegen und die Luftblasen diese vertreiben würden. Auch wenn es natürlich genial wäre, eine Stunde unter der Wasseroberfläche die riesengroßen Schulen an Mobula-Rochen in Baja California zu beobachten, so geht das mit langen Flossen und ohne Flasche am Rücken beinahe ebenso.

Viele Meereslebewesen sind sehr empfindlich auf die lauten Luftblasen, die man als Taucher  ausatmet. Vor allem Walen kommt man aus diesem Grund als Gerätetaucher nur sehr, sehr selten nahe.

Manche Länder oder Regionen erlauben es nicht, mit den heimischen Unterwasserbewohnern zu tauchen. Es ist entweder zu aufwendig, die Tiere sind zu schnell oder es gibt gesetzliche Regulierungen. Das Freitauchen eröffnet einem ganz neue Reiseziele und macht einen auf neue Naturschauspiele aufmerksam, die man nur mit Schnorchel und Flossen erleben kann.

#7 Verbesserung des Luftverbrauchs beim Gerätetauchen

Mein Luftverbrauch beim Gerätetauchen hat sich über die letzten Jahre immer weiter verbessert. Seitdem ich auch regelmäßig freitauche, habe ich das Gefühl, dass sich dieser jedoch auch noch weiterhin verbessert hat. Dank verschiedener Techniken bin ich generell noch ruhiger im Wasser und verbrauche noch weniger Luft. 

#8 Wenig(er) Equipment

Wenn ich mit meinem Tauchequipment (und zugegebenermaßen meiner Unterwasserkameraausrüstung) verreise, dann muss ich mittlerweile zwei Koffer einchecken und habe zwei Stück Handgepäck, um das alles unterzubringen. Das schränkt nicht nur die Bewegungsfreiheit massiv ein, sondern ist an Land auch wirklich lästig. Egal, wie sehr ich das Tauchen liebe, dieser Aspekt ist wirklich aufreibend.

Beim Freitauchen fällt vieles davon weg. Nicht nur brauche ich dafür keine Unterwasserblitze, weil meist die Action an der Oberfläche mit viel Tageslicht stattfindet, sondern auch die Gesamtausrüstung ist weniger. Flossen, Neoprensocken, Maske, Schnorchel, Tauchcomputer und je nach Wassertemperatur und Training dann auch noch Neoprenanzug und Lanyard. Zack – und das war’s auch schon. Jedes Mal, wenn ich im Sommer an den See zum Training fahre, habe ich das Gefühl etwas vergessen zu haben, weil mein Kofferraum eben nicht komplett voll ist.

#9 Fotografie

Als Unterwasserfotografin ist es mir auch ein Anliegen, dass ich meine Fähigkeiten über das Tauchen hinaus erweitere und ohne Blitz und Co gelungene Fotos schieße. Dieser Punkt schließt beinahe nahtlos an den vorigen an, denn ich möchte diese erlebten Momente auch mit meiner Kamera einfangen können. Beim Freitauchen eröffnen sich noch mal ganz andere Möglichkeiten, in diese magische Unterwasserwelt einzutauchen und diese festzuhalten. Mit guten Techniken bleibt man länger unten und hat so die Chance mehr Momente zu erleben und diese zu fotografieren.

#10 Ganzjahressport

Je nachdem, wo man sich befindet und welche Infrastruktur vor Ort verfügbar ist, ist das Freitauchen auf jeden Fall eine Sportart, die man tatsächlich das ganze Jahr ausüben kann. Während man sich im Winter wohl eher auf Trockeneinheiten oder Distanzdisziplinen im Hallenbad fokussiert, stehen einem im Sommer mit den umliegenden Seen und auch Ausflügen ans Meer alle Türen offen. 

#11 Es macht süchtig

Wenn du bis hier gekommen bist und meine Freitauch-Erlebnisse auf Instagram oder Facebook etwas mitverfolgt hast, dann weißt du wohl auch, dass ich mittlerweile absolut süchtig danach bin. Es ist wirklich schwer in Worte zu fassen, denn bevor ich meinen ersten Kurs absolviert habe, habe ich über das Freitauchen nicht sonderlich positiv gedacht. Weil ich auch einfach einen falschen Eindruck und keine Ahnung hatte, was das Freitauchen auch wirklich ausmacht. Also hier meine Einladung an dich: Wenn du das nächste Mal die Möglichkeit hast, das Freitauchen auszuprobieren oder einen Kurs zu absolvieren, dann tu das. Du wirst es garantiert nicht bereuen und schon bald ähnlich angefixt sein, wie auch ich es bin.

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Grüß dich, ich bin Viki!

Hier auf meinem Blog Chronic Wanderlust berichte ich von meinen beiden großen Leidenschaften: dem Reisen und dem Tauchen – und das schon seit 2013.

Meist bin ich gut die Hälfte des Jahres unterwegs, um außergewöhnliche Unterwasserabenteuer zu erleben, Roadtrips durch mir unbekannte Länder zu unternehmen oder meine Heimat Österreich zu erkunden.

Als ausgebildeter Divemaster, passionierte Unterwasser- & Reisefotografin, Enthusiastin für Roadtrips und Individualreisen, sammle ich einzigartige Augenblicke auf der ganzen Welt. 

Ich glaube nicht, dass schwere Fälle von Fernweh – auch chronisches Fernweh (= Chronic Wanderlust) genannt – geheilt, sondern nur behandelt werden können. Auf diesem Blog will dir zeigen, wie das am besten zu verwirklichen ist.

Neugierig darauf, mich besser kennenzulernen?