Die wilden Delfine von Bimini: Ein Traum, der ein Abenteuer wurde

Bimini Delfine Bahamas
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Einmal im Leben mit Delfinen schwimmen. Aber nicht in einem Delfinarium oder einem Aquazoo. Nein, so richtig draußen in der Natur. Im Meer eben. Seitdem ich auf Cozumel vor einigen Jahren durch Zufall bei einem Tauchgang zum ersten Mal einen Delfin in freier Wildbahn erleben durfte, wollte ich mehr. Mehr erfahren von diesen eleganten, frechen und verspielten Meeressäuger. Und dann kam eine Gelegenheit, die ich nicht an mir vorbeiziehen lassen konnte. In diesem Blogpost nehme ich dich mit an genau jenen Ort, der mich gefesselt und komplett verzaubert hat. Bereit?

Die wilden Delfine von Bimini

Als ich vor ein paar Monaten im Flugzeug in Richtung Nordamerika unterwegs war, konnte ich es nicht fassen. In wenigen Tagen sollte ich also tatsächlich mit wilden Delfinen schwimmen und schnorcheln können. Aber wie es mit der Natur eben so ist – sie ist unberechenbar und tut, was sie will. Und so war es lediglich ein Versuch und der Wunsch, den ich mir erfüllen wollte mit Delfinen im Wasser zu sein und sie beobachten zu können. Eine Garantie gibt es nicht, dass man die Tiere auch tatsächlich zu Gesicht bekommt.

Aber würden sie sich denn tatsächlich fünf Tage kontinuierlich verstecken, sodass wir sie auf unserer Expedition gar nicht zu Gesicht bekämen? Nachdem ich letzten Winter mit Orcas im Polarkreis schnorcheln war, es ebenso wenig eine Garantie gab und wir sie dann doch jeden Tag gesehen haben, hoffte ich auf eine Fortsetzung meiner Glückssträhne.

So viel möchte ich vorwegnehmen: Es gehört schon ein Funken oder besser gesagt eine Prise Glück dazu, aber nicht ganz so viel, wie ich befürchtet hatte, um die wilden Delfine auf der Karibikinsel Bimini zu erleben. Es hilft, mit den richtigen Leute unterwegs zu sein, die sie selbst gut genug kennen, sie seit Jahren studieren und auf sie Acht geben.

Mit wilden Delfinen im Wasser

Konzentriert suchen wir den Horizont ab. Tausende Blautöne machen das Meer und den Himmel rund um uns aus. Kein Land ist in Sicht, nur Wasser und ein paar vereinzelte Wölkchen am Himmel. Wir stehen am oberen Deck des Expeditionsbootes und versuchen Bewegungen zwischen den sanften Wellen auszumachen. Es scheint sich nichts zu tun. Die Wellen bewegen sich weiter rhythmisch vor und zurück.

Und dann zeigt Kathleen Fisher in eine Richtung. Seit vielen Jahren lebt sie auf Bimini und kennt die hier heimischen Delfine wohl besser als kaum jemand anderer. Sie hat eine Rückenflosse irgendwo entdeckt. Aufgeregt und mit klopfendem Herzen versuchen wir sie auch zu erspähen.

Und da ist sie wieder. Nicht nur eine. Sondern gleich mehrere. Eine kleine Schule mit fünf Tieren ist nicht weit von uns entfernt. Langsam nähern wir uns mit dem Boot ehe der Captain den Motor ausstellt und wir gebannt ins Wasser blicken. Die Delfine sind neugierig und fühlen sich von uns nicht gestört. Das ist das beste Zeichen für uns.

Jetzt sitzen war da. Mit Schnorchelausrüstung und Kamera in der Hand. Und wir warten auf ein Zeichen von Kathleen. Sie nickt uns zu und wir gleiten behutsam ins Wasser. Nur nicht zu viel mit den Flossen schlagen – das könnte die Delfine vertreiben.

Das Meer ist so warm und so klar. Türkis in seinen hellsten und besten Schattierungen. Ich lege mich so flach es geht ins Wasser und suche meine Umgebung ab – bis ich sie entdecke. Mein Herz pumpert so laut und schnell, ich meine, es müssten alle um mich hören.

Vier Delfine schwimmen gelassen unter mir vorbei und lassen sich durch uns nicht stören. Sie scheinen die Aufmerksamkeit sogar zu genießen. Immer wieder nähern sie sich, als wollten sie mich grüßen und auffordern mitzukommen.

Dieser Einladung komme ich nach, nehme zwei, drei tiefe Atemzüge und schwimme einige Meter vertikal in die Tiefe. Für einen Moment bleibt alles um mich herum stehen und die Delfine tanzen verspielt um mich herum. Keine Armlänge sind sie von mir entfernt. Gemeinsam schweben wir im Wasser und während die Delfine sich um ihre eigene Achse drehen, hin- und herschwimmen und ihrer Neugierde freien Lauf lassen, bemerke ich, dass meine Lungen leer sind und ich zurück zur Oberfläche muss.

© Jay Clue | Dive Ninja Expedition

Tiefe Atemzüge bringen meinen Sauerstoffhaushalt wieder auf Normalstand. Wahre Freudentränen füllen meine Taucherbrille von innen und vermischen sich dann mit dem salzigen Wasser.

Ich lege mich wiederum flach ins Wasser und beobachte die Delfine, wie sie wenige Meter unter mir mit einem Stückchen Seegras spielen, als wäre es ein Ball. Das Meer ist ihr Spielplatz und in diesem Moment darf ich dabei sein.

© Jay Clue | Dive Ninja Expedition

Wild Dolphin Expedition mit Dive Ninja Expeditions

Wie kam es aber überhaupt dazu, dass ich auf dieses kleine Abenteuer aufmerksam wurde? Vor ein paar Jahren war ich bei einer Nordamerikareise in Kalifornien und dann auch im mexikanischen Baja California. Dort habe ich den Unterwasserfotografen, Taucher und Meeresadvokaten Jay Clue kennengelernt. In Cabo San Lucas führt er seine eigene Tauchschule Dive Ninjas und organisiert einzigartige Tauchreisen und Ocean Adventures. Er legt größten Wert auf Nachhaltigkeit und einen wertschätzenden Umgang mit dem Meer und seinen Bewohnern.

Durch ihn erst bin ich dann auf die wilden Delfine in Bimini gekommen – und wollte dieses Spektakel dann auch selbst erleben. Zusammen mit der lokalen Tauchschule Neal Watson’s und zwei Forscherinnen organisiert er mehrmals im Jahr diese unvergesslichen Abenteuer in der Karibik.

Die Wild Dolphin Expedition findet immer in den Sommermonaten statt. Die Delfine sind zwar das ganze Jahr über hier, jedoch ist Bimini in den Wintermonaten vor allem für seine Hammerhaie bekannt – und die Boote werden für diese Aktivitäten gechartert. Wenn sich ausreichend Leute finden, dann gibt’s auch individuelle Touren mit den Delfinen zu dieser Jahreszeit.

Die Expedition mit Dive Ninjas dauert 6 Tage und 5 Nächte und inkludiert vier Nachmittage mit den Delfinen und einen Schorchelausflug zum Sapona Schiffswrack und zu den Riffhaien. Die Wild Dolphin Expedition ist keine Tauchsafari, die ganze Action spielt sich an der Wasseroberfläche ab. Wer bereits Erfahrungen im Freitauchen hat, ist hier im Vorteil (es geht aber auch ohne, denn auch ich habe noch keinen Apnoe-Kurs absolviert).

Es gibt auch kleine Präsentationen über die Delfine, die hier leben und ihr Verhalten. Es bietet sich natürlich an, ein paar Tage zu verlängern und die Inseln auf eigene Faust zu erkunden oder die lokalen Tauchplätze kennenzulernen. Mehr dazu dann in einem eigenen Blogpost.

Wer nicht so viel Zeit mitbringt, kann auch Halbtagestouren im Dive Center Neal Watson’s buchen, um mit den Delfinen zu schnorcheln. Bei diesen kurzen Trips ist oft keine der Forscherinnen mit am Boot und die Wahrscheinlichkeit die Tiere zu sehen oder auch mit ihnen ins Wasser zu gehen, ist viel kleiner. Dennoch möchte ich dies hier der Vollständigkeit halber angemerkt haben.

Was du unbedingt mitnehmen solltest

Besonders mit kühlem Fahrtwind am Boot oder dann im Wasser, bemerkt man oft nicht, wie tückisch die Sonne vom Himmel brennt. Aus diesem Grund war ausschließlich ich mit Leggings und einem UV-Shirt von Craghoppers im Wasser. Denkt auch unbedingt an einen Hut, Sonnenbrillen und einer reef-friendly Sonnencreme wie Suns Care. Auch ein Drybag sollte mit in deinem Koffer sein, wenn dein Ziel Bimini lautet.

Kurze Infos zu Bimini

Bimini ist auch als Tor zu den Bahamas bekannt. Aufgrund der geografischen Nähe zu Florida kommen auch viele Tagesgäste per Fähre, eigenem Boot oder auch Flugzeug hierher. Ich möchte behaupten, dass die meisten gar nicht erst wissen, was es hier für besondere Meeresbewohner gibt.

Bimini besteht aus mehreren Inseln; die Hauptinseln sind Nord-Bimini und Süd-Bimini. Es gibt zwei Flughäfen und einen Dock für die Fähre aus Florida.

Es gibt auf der Insel ein paar Bankomaten, jedoch würde ich euch empfehlen ausreichend Cash mitzunehmen, da die Geräte nicht immer einwandfrei funktionieren und man in vielen Restaurants nicht mit Karte zahlen kann.

Wie du eine Woche auf Bimini verbringen kannst, verrate ich euch übrigens im nächsten Blogartikel. Es gibt nämlich so einiges hier zu entdecken und zu erkunden.


An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für die Unterstützung des Tourismusministeriums der Bahamas und Dive Ninja Expeditions bedanken, die mich bei der Umsetzung dieses Traums unterstützt haben.

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Viktoria Urbanek Blogger

Willkommen bei
Chronic Wanderlust!

Ich bin Viki und auf meinem Blog teile ich meine Leidenschaft fürs Reisen und Tauchen.

Ich glaube nicht, dass schwere Fälle von Fernweh – auch chronisches Fernweh (= Chronic Wanderlust) genannt – geheilt, sondern nur behandelt werden können. Auf diesem Blog will dir zeigen, wie das am besten zu verwirklichen ist.

Neugierig darauf, mich besser kennenzulernen? Hier erfährst du mehr über mich.

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