Martinique, die französische Insel im östlichen Teil der Karibik, hat es mir auf meiner letzten längeren Reise einfach angetan und mich verzaubert. Die Mischung aus europäischem Flair und tropischem Charme macht Martinique für mich zu einem ganz besonderen Reiseziel. Wer auch mal die französische Karibik kennenlernen möchte, sollte sich diese Tipps nicht entgehen lassen.
Werbung
Ich habe ja etwas gehadert, ob ich Martinique überhaupt eine Chance geben soll. Ein Jahr zuvor war ich auf Guadeloupe, und ich muss zugeben, dass es mir dort überhaupt nicht gefallen hat. Irgendwie hat es zwischen uns einfach nicht gefunkt. Aber ich wollte Martinique dennoch mal kennenlernen. Und da ich ein paar Wochen auf der Nachbarinsel Dominica verbringen wollte, und die Flugverbindungen nach Martinique so gut waren, lag es auf der Hand, die beiden Inseln zu kombinieren.

Was du vor deiner Reise nach Martinique unbedingt wissen solltest
Ein paar Dinge konnte ich mir von meiner Zeit auf Guadeloupe bereits zusammenreimen. Beide Inseln gehören ja zu Frankreich und es gibt auch durchaus einige Parallelen, dennoch hat die Chemie bei Martinique und mir besser gepasst. Andere Dinge sind auch sehr unterschiedlich. Aber lass uns mal anfangen:
Warum Martinique überhaupt auf deiner Reiseliste stehen sollte
Martinique ist so ein Ort, den man vielleicht nicht sofort am Radar hat, der aber mit jeder Stunde auf der Insel ein kleines Stück Herz gewinnt. Die Kombination aus französischem Lebensgefühl und karibischer Leichtigkeit ist einfach einzigartig. Dazu kommt: Martinique gilt als recht sicheres Reiseziel, auch für Solo-Reisende. Ich habe mich, egal ob in kleinen Buchten, auf Wanderwegen oder beim abendlichen Spaziergang, stets wohl und sicher gefühlt.
Martinique ist Teil der EU = Viele Vorteile
Die Insel gehört zu Frankreich und ist ein Übersee-Département (d’Outre-Mer) wie auch z.B. Guadeloupe, Französisch-Guayana – ergo Martinique ist Teil der EU, jedoch nicht des Schengen-Raums. Und das macht das Reisen hierher um einiges einfacher. Kein Visa-Stress und auch keine andere Währung sind notwendig. Denn auf Martinique verwendet man auch den Euro.

Französischkenntnisse sind (fast) Voraussetzung
In diesem Punkt war ich ja von Guadeloupe schon gebrandmarkt und wusste, dass es ohne Französisch einfach schwer wird. Englisch reicht in den meisten Fällen leider einfach nicht aus. Helfen kann man sich mit Google Translate – aber auch mit Händen und Füßen und ggf. auch dadurch, dass man im Restaurant sich einfach das Gericht des Tages oder eine Empfehlung auftischen lässt.
Ich spreche selbst kein Französisch, kann mir aber dank meiner Spanischkenntnisse einiges auf Speisekarten und Schildern herleiten. Ein paar Wörter, um Wasser oder Fisch zu bestellen oder jemandem einen schönen Tag zu wünschen klappen bei mir schon, eine gesamte Konversation auf Französisch zu führen oder einer zu folgen, würde ich mir jedoch nicht zutrauen.
Gerade wenn man alleine unterwegs ist, kann es so schon etwas einsam werden. Denn auch die Touristen vor Ort sind hauptsächlich aus Frankreich und so ist es leider nicht immer so ganz einfach sich mit anderen zu verständigen oder sich nach dem Tauchen zum Beispiel zum Essen zu verabreden.
Wie viel Zeit solltest du für Martinique einplanen?
Wenn du nur eine Woche Zeit hast, kannst du Martinique wunderbar bereisen und bekommst trotzdem eine schöne Mischung aus Strand, Natur, Kulinarik und Kultur mit. Wer tauchen, wandern oder einfach viel relaxen möchte, sollte besser ein paar Tage mehr einplanen. Es lohnt sich!
Und das Beste: Martinique lässt sich perfekt mit anderen Inseln kombinieren. Dank regelmäßiger Fährverbindungen kannst du ganz entspannt auch St. Lucia, Dominica oder Guadeloupe mitnehmen und dir deinen ganz persönlichen Inseltraum zusammenstellen.
Mein Tipp: Mindestens eine zweite Insel einbauen. So bekommst du noch mehr Facetten der Karibik zu sehen. Aber selbst wenn du nur in Martinique bleibst: Die Insel bietet genug, um dich für viele Tage glücklich zu machen.
Anreise gemütlich mit Air France
Es gibt mehrere Möglichkeiten, nach Martinique zu reisen: Die gängigsten Routen sind via Paris oder via Kanada. Nachdem man aber auch für Kanada ein Visum braucht, wollte ich das auf jeden Fall vermeiden und habe mich für die via Paris CDG mit Air France entschieden. Diese Route ist auch kürzer als via Nordamerika.
Gerade aus Wien gibt es ja nicht viele direkte Langstreckenverbindungen und so ist man doch immer wieder darauf angewiesen, im Idealfall innerhalb Europas eine gute Verbindung zu finden. Aktuell sind die Flüge Wien-Paris-Martinique mit Air France so getaktet, dass man in Paris ausreichend Zeit zum Umsteigen und Verweilen in der Lounge hat. Die Flugzeit von Paris nach Fort-de-France beträgt weniger als acht Stunden, was Martinique zu einem der schnellsten erreichbaren Fernreiseziele mit Karibikflair macht.



Ein weiterer Pluspunkt: Die Premium Economy von Air France. Hier genießt du mehr Beinfreiheit, ein zweites Gepäckstück inklusive (ideal für Tauchausrüstung!) und einen insgesamt entspannteren Flug. Wer regelmäßig mit Air France fliegt oder genügend Meilen gesammelt hat, kann zusätzlich Zugang zu den Lounges in Wien, Paris und sogar in Fort-de-France genießen, was bei der Rückreise besonders praktisch ist, wenn man sich vor dem Heimflug noch einmal frisch machen oder einen letzten Snack gönnen möchte.
Die Direktflüge von Paris nach Fort-de-France sind mehrmals pro Woche eingetaktet. Wer ab Wien reist, muss aktuell mit dem Frühflieger nach Paris und kommt am späten Nachmittag auf Martinique an. Retour geht es dann ab Fort-de-France am späten Nachmittag und kommt mit einmal Umsteigen dann auch am Nachmittag in Wien an.
Wichtig: Achte bei der Buchung darauf, dass du keinen Flughafenwechsel hast. Auch wenn es sich zeitlich ausgehen würde, von CDG nach Orly zu fahren, so ist es – zumindest mir – der Stress einfach nicht wert.


Einreise in Martinique
Tatsächlich hat es bei der Einreise nach Martinique gar keine richtige Passkontrolle gegeben. Während ich am Pariser Flughafen sehr wohl durch die Kontrolle musste – es hätte auch ein Personalausweis getan – gab es nach Ankunft auf der Insel kein Scannen meines Reisedokuments. Lediglich nach dem Aussteigen aus dem Flughafen wurde von Beamten am Gang überprüft, OB ich ein Ausweisdokument dabei hatte. Sobald sie die Form und Farbe eines EU-Reisepasses ausgemacht hatten, wurde man durchgewunken.
Fortbewegung auf der Insel: Ohne Mietwagen geht wenig
Öffentliche Verkehrsmittel sind auf Martinique eher spärlich gesät. Ein Mietwagen ist daher unerlässlich, um die Insel auf eigene Faust und individuell zu erkunden. Wie immer habe ich über billigermietwagen.de gebucht und mich auf dieser Reise zwei Mal für Jumbo Car entschieden. Jedes Mal waren die Mitarbeiter*innen vor Ort hilfsbereit und die Abwicklung verlief schnell, unkompliziert und zuverlässig.
Wichtig: Jumbo Car hat zwar keinen eigenen Schalter direkt am Flughafen, jedoch einen Shuttlebus, der regelmäßig zur Abholstation fährt. Der Umweg war für mich kein Thema, da ich ausreichend Zeit einkalkuliert hatte und der Preis bei Jumbo Car gut war. So haben mich 4 Tage inklusive Vollkasko 175€ und dann 2 Tage tatsächlich nur 42€ gekostet.
Außerdem wichtig:
- Wie überall in Festlandeuropa, herrscht auch hier in Martinique Rechtsverkehr.
- Die Straßen sind grundsätzlich nicht schlecht und werden mit EU-Geldern gut instand gehalten, jedoch sollte man auch nicht zu schnell unterwegs sein, da es doch immer wieder Schlaglöcher gibt.
- Besonderheit in Fort-de-France: In der Inselhauptstadt gibt es spezielle Fahrspuren für Busse und Taxis, die quasi immer Vorrang haben. Die Spuren sind farblich und auch zum Teil baulich markiert. Hin und wieder sind sie nicht sonderlich gut ersichtlich – vor allem, wenn man nicht weiß, dass es sie gibt. Also: Augen auf in und um Fort-de-France, denn Busse und Taxis können ein ziemliches Tempo an den Tag legen.

Das Preisniveau auf Martinique
Was kostet so eine Reise in Martinique eigentlich? Ganz ehrlich: Die Insel ist wirklich in Sachen Preis-Leistung wunderbar, denn es gibt sowohl günstige Alternativen wie zB. Hostels und Street Food, aber auch Resorts und High-End-Restaurants. Preislich ist Martinique mit dem französischen Festland vergleichbar, ich würde sogar sagen, dass es darunter liegt. Also nicht super günstig, aber fair, wenn man weiß, worauf man sich einlässt.
Unterkünfte gibt’s ab etwa 50-100 € pro Nacht für einfache Studios oder Zimmer. Hostels gibt es auch, diese kosten 20-40€. Wer es etwas gemütlicher mag, findet ab 120 € wirklich schöne Unterkünfte, oft mit Pool, Meerblick oder in traumhafter Lage im Grünen. Natürlich sind die Preise auch davon abhängig, wie lange du im Vorhinein buchst und ob gerade Hochsaison ist.
Essen gehen ist ein kleines Erlebnis für sich und je nachdem auf was es einen gustet ein bisschen ein Luxus. Die kreolische und französische Küche ist großartig und abwechslungsreich. Ein einfaches Gericht im Strandrestaurant kostet etwa 10–15 €, in anderen Restaurants gerne auch 25–30 € pro Person inklusive Getränk. Nach oben hin gibt es aber auch kaum Beschränkungen.
Supermärkte sind vor allem in Fort-de-France super ausgestattet – und teilweise sogar mehr als ich zuhause vom Supermarkt gewöhnt bin. Es wird so gut wie alles importiert und dennoch merkt man den Inselzuschlag nicht wirklich.
Beste Reisezeit: Dezember bis April
Die beste Zeit, um Martinique zu entdecken? Ganz klar: Dezember bis April! In dieser Trockenzeit ist das Wetter angenehm warm, meist sonnig, und es regnet kaum. Die Luft ist nicht ganz so feucht und das Klima fühlt sich einfach herrlich an.
Die Regenzeit von Mai bis November bedeutet nicht automatisch monsunartige Dauerregen. Stattdessen gibt’s immer wieder kurze, teils kräftige Schauer besonders in den Nachmittags- und Abendstunden. Zwischendurch scheint auch oft die Sonne. Wer flexibel ist und sich vom Wetter nicht verrückt machen lässt, kann also auch in der Nebensaison reisen und spart dabei oft beim Flug und der Unterkunft.
Grundsätzlich würde ich den Hochsommer aufgrund der Temperaturen meiden. Außerdem liegt Martinique leider im Hurricane-Belt und somit würde ich von Reisen von August bis Anfang Oktober hierher abraten. Es muss ja nicht gleich ein Hurricane sein, der durch die Karibik fetzt, aber auch andere starke Stürme sind zu dieser Zeit wahrscheinlicher.

Keine lokale SIM-Karte oder eSIM notwendig
Weil Martinique ja Teil der EU ist, gelten hier auch die gleichen Roaming-Tarife wie in der Heimat. Also kein nerviges Recherchieren, welche eSIM oder lokale SIM-Karte denn das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat.
Dennoch kann es immer mal passieren, dass man sich irgendwo befindet, wo es keinen Empfang gibt. Aus diesem Grund solltest du dir wichtige Adressen und auch Straßenkarten in Google Maps oder Maps.me vorher downloaden.
Aktivitäten: Tauchen, Wandern & mehr
Martinique hat mich auch deshalb begeistert, weil es so viel zu tun gibt und das nicht nur für klassische Strandlieger und Sonnenanbeterinnen. Auch wenn ich es auf dieser Reise nicht geschafft habe, die Unterwasserwelt von Martinique kennenzulernen, so hätte ich es eigentlich wirklich gerne unter die Wasseroberfläche geschafft. Meine Reisepläne und dann das Wetter haben mir diesen Wunsch vorläufig vereitelt – jedoch weiß ich, dass ich nicht das letzte Mal in Martinique war und es auf jeden Fall in der Zukunft noch nachholen werde.
Auch zum Wandern bin ich dieses Mal nicht gekommen, aber der grünen, wilden Norden der Insel hat es mir von der Weite angetan. Verschiedene Wanderwege, von schweißtreibenden Touren bis zu gemütlichen Spaziergängen durch die Regenwälder, gibt es auf der Insel zu finden. Wichtig: Feste, hohe Wanderschuhe und Wanderstecken mitnehmen, da es aufgrund der Luftfeuchtigkeit und der Regengüsse oft man recht rutschig werden kann.
Strände gibt es auf der Insel auch jede Menge. Die auf der Karibikseite sind in der Regel ruhiger und eignen sich besser zum Schwimmen. Die Strände sind unterschiedlich wie kaum auf einer Insel: Schwarzer Vulkansand bis zu weißem Korallensand ist alles zu finden.
Roadtrip kreuz und quer durch die Insel: In einem separaten Blogartikel teile ich meine Lieblingsorte auf Martinique dann noch gesondert. Unbedingt solltest du dir die Murals in Fort-de-France, den Süden mit den unzähligen Buchten und den Botanischen Garten ansehen. Mehr Tipps gibt’s dann in Kürze.

Praktisches: Strom
Auf Martinique brauchst du in der Regel keinen Stromadapter, denn die Insel nutzt wie Frankreich 220 V und die üblichen EU-Steckdosen. Manche Unterkünfte haben auch amerikanische Steckdosen. Einen Notfalladapter im Gepäck zu haben, schaden auf keinen Fall.
Inselhopping leicht gemacht
Was viele gar nicht wissen: Martinique eignet sich perfekt als Ausgangspunkt für ein kleines Karibik-Inselhopping. Mehrmals pro Woche fahren Fähren nach St. Lucia, Guadeloupe und Dominica. Die Verbindungen sind zuverlässig, aber können bei hohen Wellen auch mal ausfallen. Wenn du also nicht nur eine, sondern gleich mehrere karibische Kulturen erleben willst, bietet dir Martinique die perfekte Startrampe mit europäischem Komfort als Basislager.
Lesetipp: Inselhopping in der Karibik – meine Tipps.

Was sollte unbedingt in den Koffer?
Auf Martinique brauchst du nicht viel und das meiste bekommst du tatsächlich auch vor Ort. Hier eine Handvoll Dinge, die mir meine Reise erleichtert haben:
- Biologisch abbaubare Sonnencreme: Die Sonne ist kräftig, und weil du wahrscheinlich viel im oder am Wasser bist, solltest du unbedingt eine umweltfreundliche Sonnencreme einpacken, die das Meer und die Korallen schützt.
- Hut oder Kapperl: Ohne Kopfbedeckung geht es einfach nicht. Egal ob am Strand, auf dem Markt oder beim Wandern. Und eine gute Sonnenbrille ist sowieso Pflicht.
- Leichte Kleidung mit langen Ärmeln: Am besten aus Leinen oder Baumwolle schützt nicht nur vor der Sonne, sondern ist auch angenehm zu tragen.
- Wasserschuhe oder Flipflips: An manchen Stränden gibt’s Lavagestein oder Korallenreste und das Reingehen kann zum Hürdenlauf werden.
- Wiederbefüllbare Wasserflasche: Leitungswasser ist grundsätzlich trinkbar (wenn auch manchmal etwas chlorig). Wer mag, kann ein paar Elektrolyttabletten oder Geschmackspulver mitnehmen. Gerade bei Hitze solltest du wirklich darauf achten ausreichend Flüssigkeit zu dir zu nehmen.
- Feste Schuhe: Für Wanderungen brauchst du unbedingt Schuhe mit gutem Profil. Flip-Flops sind hier fehl am Platz.
- Powerbank: Gerade wenn du viel mit dem Mietwagen unterwegs bist und vielleicht auch Google Maps oder Musik nutzt, ist eine zusätzliche Energiequelle Gold wert – nicht jedes Auto hat nämlich funktionierende USB-Anschlüsse.
Noch ein Tipp zum Schluss
Die meisten Restaurants schließen am Nachmittag. Wer also spät Mittagessen oder früh sein Abendessen braucht, wird wohl oder übel selbst kochen müssen. Manche Restaurants am Strand oder in Hotels haben durchgehend geöffnet, zum Teil mit einer kleineren Karte, aber in der Regel haben sie zu.
Offenlegung: Meine Reise nach Martinique wurde von Air France unterstützt. Vielen Dank für die wundervolle Zusammenarbeit.