Mobulas: Was du über die Teufelsrochen in Baja California wissen solltest

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Mobulas – auch als Teufelsrochen bekannt – leben in verschiedenen Teilen des Pazifiks. Die wohl größten Ansammlungen dieser faszinierenden Tiere kommen Jahr für Jahr im Golf von Kalifornien in der Bucht vor einem kleinen Fischerdorf in Baja California zusammen. Ein Naturspektakel der besonderen Art und auf jeden Fall die Reise wert. Was du über die Tiere und ihr Verhalten wissen solltest, erfährst du in diesem Blogartikel.

Schon eine geraume Zeit standen die Teufelsrochen auf meiner Wunschliste ganz weit oben. Im vergangenen Jahr habe ich mir diesen langgehegten Traum erfüllt und war einen ganzen Monat in Baja California unterwegs. Zwei verschiedene Trips habe ich gemeinsam mit Dive Ninja Expeditions in das kleine Nest La Ventana unternommen, um die Mobulas dort kennenzulernen und so viel Zeit wie möglich mit ihnen im Wasser zu verbringen. 

Was du über Mobulas noch nicht wusstest

Dank der großartigen Marta Palacios habe ich während dieser Zeit viel über die Teufelsrochen gelernt. Sie ist Meeresbiologin und lebt schon einige Jahre in diesem Teil Mexikos. Dive Ninjas unterstützt sie bei ihrer Forschung und im Gegenzug teilt sie ihr Wissen und ihre Forschungsergebnisse mit den Gästen. Eine gelungene Zusammenarbeit.

Einen Einblick in die faszinierende Welt der Teufelsrochen, was sie so besonders macht und wie wertvoll diese Tiere für die Region sind und diese daher schützenswert sind, möchte ich gerne mit dir teilen: 

Rochen, Mobulas und Mantas

Bevor wir weiter über die Teufelsrochen in Baja California sprechen, sollten wir uns die Terminologie etwas genauer ansehen. Denn im alltäglichen Sprachgebrauch (nicht nur im Deutschen, sondern auch im Englischen und Spanischen), werden diese Begriffe immer wieder fälschlicherweise stellvertretend füreinander verwendet.

Die Tiere, von denen wir sprechen, gehören zur Klasse der Knorpelfische. Diese unterteilen sich dann weiter in vier Ordnungen:

  • Rajiformes (z.B. Echte Rochen)
  • Zitterrochenartige
  • Rhinopristiformes (z.B. Säge- und Gitarrenrochen)
  • Stechenrochenartige (z.B. Mantarochen und auch Teufelsrochen)

All diese zählen zu den Rochen. Erst in der Ordnung der Stechrochenartigen kommen wir unseren Mobulas einen Schritt näher. Diese unterteilen sich dann nämlich noch weiter in acht verschiedene Arten von Teufelsrochen und zwei Arten von Mantas.

Tipp: Mantas und Teufelsrochen sind übrigens recht einfach auseinanderzuhalten: Einerseits sind Mantas um vieles größer als Teufelsrochen und andererseits haben Mantas ihr Maul direkt zwischen den Kopflappen und Teufelsrochen weiter unten.

5 verschiedene Arten von Teufelsrochen nennen Baja California ihr Zuhause

Weltweit gibt es zehn Arten von Mobulas. Fünf verschiedene Arten von Teufelsrochen sind im Golf von Kalifornien anzutreffen (Mobula Munkiana, Mobula Thurstoni, Mobula Mobular, Mobula Tarapacana und Mobula Birostris) – und alle sind gefährdet oder sogar stark gefährdet auszusterben.

Eine Art verhält sich dabei ganz besonders auffällig: Denn Mobula Munikana sind die Einzigen, die sich in großen Gruppen aufhalten. Im Englischen werde diese übrigens auch als Munk’s Devil Ray bezeichnet.

Die größte Ansammlung an Rochen auf der ganzen Welt

Zwischen dem kleinen Fischerdorf La Ventana (und dem angrenzenden Ort El Sargento) und der Insel Ceralvo (auch bekannt als Jacques-Cousteau-Insel) kommen zu bestimmten Zeiten Schätzungen zufolge über 10.000 Mobulas zusammen. Diesem Naturspektakel kann man zwischen April und Juli beiwohnen und mit etwas Glück diese riesengroße Ansammlung von Teufelsrochen selbst miterleben.

Die Population geht zurück

Basierend auf Forschungsergebnissen, die Marta und andere Wissenschaftler zusammengetragen haben, ist bekannt, dass in den letzten zehn Jahren die Anzahl der Mobulas 50-90% (!!!) zurückgegangen ist. In vielen Ländern sind die Tiere nicht geschützt. So werden die Rochen entweder gezielt gefangen oder enden als Beifang. Zum Glück sind Mobulas in Mexiko bereits seit 2006 geschützt. Seit 2019 müssen für alle Aktivitäten, die die Teufelsrochen betreffen, auch spezielle Permits eingeholt werden.

Ein weiterer Grund, wieso sich die Population nicht schnell erholt, ist die Tatsache, dass Mobulas 12 Monate trächtig und erst nach drei Jahren geschlechtsreif sind. Außerdem pflanzen sie sich nur alle 1-3 Jahre überhaupt erst fort.

Marta und ihre Kolleg*innen arbeiten auch gemeinsam mit lokalen Fischern, um ihnen die Bedeutung der Mobulas für das Ökosystem im Meer näherzubringen.

Mobulas haben Zähne, nutzen diese aber nicht für die Jagd

Mobulas ernähren sich ausschließlich von Plankton und kleinen Krustentieren. Meist jagen sie in Küstennähe, da hier tiefe Strömungen Nährstoffe nach oben transportieren. Durch unterschiedliche Stellungen der beiden Kopflappen gelangt Nahrung direkt in ihr Maul, wo es dann gefiltert wird. Und dennoch haben Mobulas Zähne. Das liegt daran, dass sich die männlichen Tiere an den Weibchen für die Paarung festbeißen, damit diese nicht entkommen. 

Mobulas Mating Train Paarung Baja California
Mobulas Mating Train – Mobulas bei der Paarung

Mobulas schwimmen – und fliegen

Wer von Mobulas vor diesem Artikel schon mal gehört hat, wird auch mit großer Sicherheit neben den Fotos der Schulen im Wasser auch die der Tiere in der Luft gesehen haben. Es ist wissenschaftlich nicht erwiesen, wieso sich Mobulas aus dem Wasser katapultieren und dabei nicht nur ein paar Meter fliegen, sondern auch lustige Saltos schlagen. Es gibt aber ein paar Theorien, die Forscher*innen aufgestellt haben: Mobulas springen, um

  1. das andere Geschlecht zu beeindrucken und sich fortzupflanzen,
  2. miteinander zu kommunizieren,
  3. sich von Parasiten zu befreien, oder
  4. aus Spaß an der Freude.

Mobulas sind die intelligentesten Fische im Meer

Kaum zu glauben, dass Rochen andere Lebewesen wie auch Oktopus oder Haie da hinter sich zurücklassen. Rochen haben eines der größten Gehirne überhaupt – nicht nur im Verhältnis zu ihrem eigenen Körpergewicht. So haben sie sogar ein Ich-Bewusstsein, das nur ganz wenige andere Lebewesen im Tierreich haben (wie Menschenaffen und Delfine).

Wenn du mehr über die Forschung von Marta und ihrem Team erfahren möchtest, findest du auf deren Webseite viele weiteren Informationen und auch eine Möglichkeit sie finanziell mit einer Spende zu unterstützen.

Mehr Infos zu Mobulas und dem Erlebnis, erfährst du im nächsten Artikel.

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Baja California: Die schönsten Erlebnisse und meine Highlights (mit Karte)
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Viktoria Urbanek Blogger

Grüß dich, ich bin Viki!

Hier auf meinem Blog Chronic Wanderlust berichte ich von meinen beiden großen Leidenschaften: dem Reisen und dem Tauchen – und das schon seit 2013.

Meist bin ich gut die Hälfte des Jahres unterwegs, um außergewöhnliche Unterwasserabenteuer zu erleben, Roadtrips durch mir unbekannte Länder zu unternehmen oder meine Heimat Österreich zu erkunden.

Als ausgebildeter Divemaster, passionierte Unterwasser- & Reisefotografin, Enthusiastin für Roadtrips und Individualreisen, sammle ich einzigartige Augenblicke auf der ganzen Welt. 

Ich glaube nicht, dass schwere Fälle von Fernweh – auch chronisches Fernweh (= Chronic Wanderlust) genannt – geheilt, sondern nur behandelt werden können. Auf diesem Blog will dir zeigen, wie das am besten zu verwirklichen ist.

Neugierig darauf, mich besser kennenzulernen? Hier erfährst du mehr über mich.

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