Podlachien in Polen: Eine Reise mit viel Natur und Gemütlichkeit

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Die Region Podlachien in Polen bietet Naturliebhabern und aktiven Reisenden ein buntes Potpourri an gemütlichen Aktivitäten – und hat auch kulinarisch so einiges zu bieten. Was du dort nicht verpassen solltest und welche Orte besonders schön sind, verrate ich dir in diesem Blogartikel.

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Podlachien (polnisch Podlaskie) ist die am dünnsten besiedelte Woiwodschaft Polens. Mit sieben Naturschutzgebieten ist die Region ein kleines Paradies. Hier kommt man zur Ruhe und kann seine eigenen Akkus wiederaufladen.

Was du in Podlachien nicht verpassen solltest

Der Białowieża-Urwald (auch Bialowiezer Heide)

Wer sich eine Karte von Polen hernimmt und sich Podlachien etwas genauer ansieht, wird feststellen, dass die Region sehr viele Wälder und nicht besiedelte Flächen aufweist. Hier im Osten Polens liegt der Białowieża-Urwald, der auch als Bialowiezer Heide bekannt ist. Dieser ist seit 1979 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes und ist eines der letzten Urwaldgebiete in ganz Europa. Das Naturschutzgebiet erstreckt sich auf der polnischen wie auch der belarussischen Seite. 

Wer den geschützten Teil des Waldes kennenlernen möchte, darf dies nur mit einem Guide. Eine dreistündige Führung durch den Nationalpark kostet pro Gruppe ca. 350 Złoty (ca. 82€) zzgl. 8 Złoty (ca. 1,90€) Eintritt pro Person. Ich war mit einem tollen Guide unterwegs, der auch Englisch spricht. Łukasz hat eine Facebook-Seite, auf der seine Kontaktdaten hinterlegt sind.

Radfahren

Podlachien ist so wahnsinnig flach, es gibt wenig Verkehr und meist recht breite Straßen. Ideal also für alle, die sich gerne auf den Fahrradsattel schwingen und die Gegend in die Pedale tretend erkunden wollen.

Viele Polen kommen hierher, um längere Touren zu unternehmen – von Familien bis hin zu Rennradfahrer sieht man alle auf ihren Zweirädern.

Tipp: Auf Greenvelo findest du einige Radtouren in der Region.

Wandern

Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, wird in Podlachien so einige Wanderwege finden, die kaum Höhenmeter aufweisen. Als Österreicherin würde ich die Touren eher als Spaziergänge bezeichnen, dennoch solltest du feste Wanderschuhe tragen, denn stellenweise ist es matschig, oder der Weg führt über Stock und Stein.

Eine der Touren, die ich gemacht habe, war Kosy Most. Direkt am Parkplatz gibt es eine übersichtliche Karte mit den einzelnen Wegen. Mein Ziel war der Bison Watchpoint. Leider war ich zur falschen Jahreszeit dort und konnte keine der Tiere sehen. Ich habe meine Tour dann noch weiter ergänzt und bin Richtung Moor und dann zurück und an einem Aussichtspunkt vorbei. Meine Tour findest du hier.

Wilde Bisons

Vor mehr als 100 Jahren galten die Europäischen Bisons (auch Wisente genannt) als in der freien Wildbahn ausgestorben. Lediglich 12 Wisente gab es damals noch in Gefangenschaft. Dank der Bemühungen von Tierschützern gelang es 1952, die ersten Tiere wieder auszuwildern. Und das geschah hier in Podlachien. Genauer gesagt, im Gebiet des heutigen Nationalparks Białowieża. Mittlerweile gibt es wieder 7200 wilde Europäische Bisons.

Mit etwas Glück kann man die Tiere auch bei seinen Touren in Podlachien entdecken. Ich habe sie leider nicht mit eigenen Augen gesehen, aber andere Reisende haben mir berichtet, dass sie Bisons immer wieder in Teremiski gesehen haben.

In den wärmeren Monaten ziehen sich die Wisente zurück in den kühlenden Wald. Die Chancen die Tiere zu sehen, ist im Winter um einiges höher. Wer dennoch unbedingt Europäische Bisons beobachten möchte, der kann dem Show Reserve einen Besuch abstatten. Da ich selbst kein Fan von Zoos und dergleichen bin, habe ich dies allerdings nicht gemacht und kann über das Erlebnis per se nicht berichten.

Museum für Druck und Papierherstellung in Supraśl

Ein echter Glückstreffer war mein Besuch in einem kleinen Museum in Supraśl in der Nähe von Białystok. Das Museum für Druck und Papierherstellung besteht zwar lediglich aus zwei Räumen, diese haben es aber in sich. Im Rahmen von 45-minütigen Führungen – die in Polnisch und Englisch möglich sind – erhält man einen Einblick in die faszinierende Welt der Papierherstellung und der Evolution des Buchdrucks. Alle Maschinen sind nach wie vor funktionstüchtig und an einigen darf man selbst ein Blatt bedrucken. 

Direkt um die Ecke gibt es auch das Ikonenmuseum. Leider musste ich feststellen, dass alle Infotafeln nur auf Polnisch verfügbar waren und es für mich ein Reinfall war.

Kirchen und Moscheen aus Holz

Wer mit dem Auto durch die Region zuckelt, wird immer wieder in Dörfern und kleineren Städten vorbeikommen. In einigen stehen imposante, alte Gotteshäuser aus Holz, die oft auch in einer bunten Farbe erstrahlen.

Besonders schön fand ich die Holzmoschee in Kruszyniany und die orthodoxen Kirchen in Trześcianka und Narew. Bedauerlicherweise konnte ich keines der drei Gotteshäuser von innen besichtigen, da in der Moschee gerade gebetet wurde und beide orthodoxen Kirchen zugesperrt waren.

Baum des Jahres

Dieser Tipp fällt eindeutig in die Kategorie „unnützes Wissen“. Denn in Podlachien steht der europäische Baum des Jahres 2023. Die „Dunin-Eiche“ wird auch über 400 Jahre geschätzt und ist ein Naturdenkmal. Mehr über den Wettbewerb erfährst du hier.

Mit dem Kanu auf dem Narewka

Eines meiner Highlights in Podlachien war die Kanufahrt auf dem Narewka. Der Nebenfluss des Narew ist ruhig und die Strömung überschaubar. Das Kanu mietet man direkt im Städtchen Białowieża in der Straße Rzeczna 2 (siehe auch Pin in der Karte oben). Von dort aus geht es über einen schmalen Holzpfad zum Wasser. Mit dem Kanu paddelt man dann in Richtung belarussische Grenze – keine Sorge, diese erkennt man. Am Weg kommt man an ein paar schönen Stopps wie Aussichtstürmen vorbei.

Je nachdem, wie lange du unterwegs Pause machst, brauchst du ca. 2 Stunden.

Auf einen Abstecher nach Białystok

Wer sich nach all der Zeit in der Natur nach etwas Städtischem sehnt, der sollte einen Ausflug nach Białystok einplanen. Hier erfand Ludwik Zamenhof einst die Sprache Esperanto, die als universelle Weltsprache gedacht war. Sie ist die am weitverbreitete Plansprache und gilt als eine recht einfach zu erlernende Sprache. Wer mehr über Ludwik Zamenhof und Esperanto erfahren möchte, sollte dem Zamenhof Zentrum einen Besuch abstatten.

Wie viele andere polnischen Städte verzaubert Białystok mit einem wunderschönen Stadtplatz. Auch ein Spaziergang durch die Parkanlage des Branicki-Palasts lohnt sich.

Tipp: Das Katzencafé Kocia Kawarnia ist sehr gemütlich, bietet erfrischende Limonaden und köstliche Mehlspeisen.

Guesthouse Dom na Wschodzie

Abgeschieden und mitten im Nichts befindet sich das entzückende Guesthouse Dom na Wschodzie. Übersetzt heißt es so viel wie „Haus oder Zuhause im Osten“. Und diesem Namen macht die Unterkunft auch alle Ehre. Joanna und Marek sind ursprünglich aus Łódź. Die Stadt haben sie hinter sich gelassen und haben im Herzen von Podlachien ein Guesthouse der besonderen Art ins Leben gerufen.

Heimelig, gemütlich und perfekt zum Abschalten ist das Dom na Wschodzie. Im Gemeinschaftsraum gibt es eine kuschelige Ecke, die nur darauf wartet mit einer Tasse Tee und einem Buch belagert zu werden.

Kulinarisch ist man hier auch bestens versorgt, denn sowohl das Frühstück als auch das Abendessen ist vielseitig, abwechslungsreich und einfach köstlich. Als Bonus ist es noch dazu vegetarisch.

Tipps für deine Reise nach Podlachien

  • Anreise: Für diese Reise bin ich von Wien nach Warschau geflogen und von dort aus dann weiter mit einem Mietauto. Es gibt aber auch direkte Zugverbindungen von Wien nach Warschau, die zuverlässig und auch sehr günstig sind. 
  • Mietauto: Die Region ist sehr dünn besiedelt und daher kommt man ohne ein Auto nicht von A nach B. Selbst die Anreise mit den Öffis ist nicht wirklich möglich. Für meine Reise habe ich mir ein Mietauto am Warschauer Flughafen gemietet und bin von dort aus nach Podlachien gefahren. Die Fahrtzeit beträgt bis zum Guesthouse knapp über drei Stunden.
  • Beste Zeit: Die Region ist besonders im Frühling wunderschön. Jedoch gibt es dann sehr, sehr viele Gelsen und andere Stechmücken, die einen heimsuchen. Im Sommer kann es in Podlachien richtig heiß werden, mit Temperaturen jenseits der 30°C-Marke. Der Herbst ist angenehm und auch generell ruhig. Aber auch die Wintermonate sind in Podlachien magisch – besonders dann, wenn alles weiß angezuckert ist. Im Winter hast du auch die besten Chancen, Bisons in der freien Wildbahn zu sehen.
  • Internet und Roaming: Im Dom na Wschodzie gibt es kein WLAN und aufgrund der Abgeschiedenheit ist die Datenverbindung am Handy auch nicht die schnellste. Wer in der Nähe der belarussischen Grenze wandert, Kanu fährt oder vorbeifährt, sollte seine Daten am Handy unbedingt deaktivieren. Sonst kann es sein, dass es sich im belarussischen Netz einwählt und das kann richtig teuer werden.
  • Grenze: Podlachien liegt direkt an der belarussischen Grenze. Diese ist aktuell auf dem Landweg gesperrt und wird vom Militär kontrolliert. Aus diesem Grund ist es nicht unüblich, dass man in der Region überdurchschnittlich viele Soldaten sieht. Polizeikontrollen werden auch vereinzelt durchgeführt. In den fünf Tagen, in denen ich in Podlachien war, wurde ich allerdings nicht kontrolliert.

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Lesetipp: Ellen vom Reiseblog PATOTRA war auch kürzlich in Polen unterwegs. Ihre beiden Reiseberichte über Danzig und Pommern sind auch schon online.


Dieser Artikel entstand in entgeltlicher Zusammenarbeit mit Poland Soul Travel.
Dieses Projekt will Lust machen auf Slow Travel in Polen abseits der bekannten Hauptreiserouten.

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Grüß dich, ich bin Viki!

Hier auf meinem Blog Chronic Wanderlust berichte ich von meinen beiden großen Leidenschaften: dem Reisen und dem Tauchen – und das schon seit 2013.

Meist bin ich gut die Hälfte des Jahres unterwegs, um außergewöhnliche Unterwasserabenteuer zu erleben, Roadtrips durch mir unbekannte Länder zu unternehmen oder meine Heimat Österreich zu erkunden.

Als ausgebildeter Divemaster, passionierte Unterwasser- & Reisefotografin, Enthusiastin für Roadtrips und Individualreisen, sammle ich einzigartige Augenblicke auf der ganzen Welt. 

Ich glaube nicht, dass schwere Fälle von Fernweh – auch chronisches Fernweh (= Chronic Wanderlust) genannt – geheilt, sondern nur behandelt werden können. Auf diesem Blog will dir zeigen, wie das am besten zu verwirklichen ist.

Neugierig darauf, mich besser kennenzulernen?