Wie ich auf einem Flug fast 2000 US$ verdient hätte

Fast 2000 USD fliegen

Etwas müde und nicht mehr ganz aufnahmefähig kommen wir zu unserem Gate in Newark. Wir haben bereits einen neunstündigen Flug von Wien hierher hinter uns. Und obwohl es wirklich magisch war, die Skyline von New York mitsamt Chryssler Building und der Freiheitsstatue aus der Luft zu sehen, so macht sich doch die Erschöpfung bemerkbar. Mein Mann und ich fallen auf die unbequemen Sitze direkt vor Gate A29. Uns gegenüber eine Großfamilie, die sich lauthals über irgendwelche Nichtigkeiten unterhält. Alle, die wir aufs Boarding warten, sind gezwungen deren Konversationen mehr oder weniger zu folgen.

Der Lautsprecher kracht und viel zu leise erfolgt eine Durchsage. Irgendwas Unverständliches. Kann ja also nicht sonderlich wichtig sein. Dann wieder. Ich mache die Wörter „Freiwillige“ und „1500$“ aus. Ich werde hellhörig. Ahhhh! Die Airline hat unseren Flug nach San José überbucht und sucht jetzt nach Freiwilligen, die morgen fliegen. Ich denke kurz nach und erinnere mich schmerzlich daran als ich unsere Flüge nach Costa Rica gebucht hatte und die Preise einfach jenseits von Gut und Böse waren. War dies nun der Ausgleich? Ich werfe meinem Mann einen vielsagenden Blick zu. Dieser hat die Durchsage ganz gleich gehört und schüttelt nur vehement mit dem Kopf. Also nicht.

Es meldet sich auch sonst niemand.

Als die Flugbegleiterin daraufhin verkündet, dass sie nicht 1500$, sondern sogar 2000$ zahlen würden, damit man den nächsten Flug am darauffolgenden Tag nimmt, springe ich auf und gehe schnellen Schrittes auf den Desk der Mitarbeiter beim Gate zu. Obwohl ich das Gesicht meines Mannes nicht sehe, weiß ich ganz genau, dass er nicht ganz einverstanden ist. Es geht immerhin um nur eine Person, die morgen fliegen soll. Und nicht zwei. Kurz bevor allerdings mein heiß ersehntes Ziel erreiche, springt ein Herr vor mir auf und bekundet sein Interesse. Er übergibt seinen Reisepass der Mitarbeiterin, die daraufhin beginnt, die Tastatur ihres Computers zu bearbeiten. Pech gehabt also – denn es wurde nur ein Freiwilliger gesucht und es ist mir jemand zuvor gekommen.

Als ich wieder bei meinem Mann sitze, sehe ich ihn an und lasse ihn wissen, dass ich beim Heimflug gerne auf unsere normalen Flüge verzichte, wenn es ein so großzügiges Angebot der Airline geben würde. Wer weiß, vielleicht warten die 2000$ ja dann auf mich.

(Spoiler: Der Rückflug war leider nicht überbucht.)

Mein Learning: Schnell sein lohnt sich.

Info: In der EU sind Verspätungen und Deboardings gesetzlich geregelt und bei Langstrecken mit max. 600€ gedeckelt. In den USA hat die Airline freie Hand und kann auch ein Vielfaches mehr anbieten, wie wir es eben erlebt haben.

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At Chronic Wanderlust, I write about my two great passions: travelling and diving – and have been doing so since 2013.

I usually spend a solid majority of the year travelling to experience extraordinary underwater adventures, taking road trips through countries I don’t know (yet) or exploring my home country of Austria.

As a certified divemaster, passionate underwater & travel photographer, road trip enthusiast and individual traveller, I collect unique moments all over the world.

I don’t believe that severe cases of wanderlust – aka chronic wanderlust – can be cured, only treated. On this blog, I want to show you how this can best be realised.

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