Auf den Spuren der Römer entlang der Donau von Regensburg nach Enns

Auf den Spuren der Römer Donaulimes

Mit dem Zug geht es für mich von Linz nach Regensburg. Immer wieder erblicke ich die Donau, wenn ich aus dem Fenster schaue. So präsent der Fluss in meiner Wahlheimat Linz auch ist, muss ich doch zugeben, dass ich nur wenig über seine Vergangenheit und seine historische Bedeutung weiß. Und so begebe ich mich auf die Spuren der Römer und beginne meine Reise im Nachbarland, in Regensburg.

Auf den Spuren der Römer entlang der Donau

Wieso spielte die Donau für die Römer eine so große Rolle? Und wieso habe ich mich auf diese Reise in die Vergangenheit begeben? Etwas Kontext für dich:

Das Römische Reich (Imperium Romanum) bestand über mehrere Jahrhunderte (8. Jh. vor Christus bis 7. Jh. nach Christus) hinweg und die größte Ausdehnung war unter Kaiser Trajan von 115-117. Die nördliche Grenze wurde durch eine naturgegebene Barriere – den Limes – gesetzt: die Donau oder damals Danubius genannt. Und genau diesen Spuren bin ich gefolgt. Meine Highlights entlang der Donau von Regensburg bis Enns habe ich für dich zusammengefasst.

Römer Donaulimes Karte

Meine Reise auf den Spuren der Römer

Regensburg: Größtes Legionslager nördlicher der Alpen

Regensburg überrascht mich. Natürlich im positiven Sinne. Was für eine wunderschöne Stadt – und das nur zwei Stunden von Linz entfernt. Gleich bei meiner Ankunft habe ich beschlossen bald wieder nach Regensburg zu kommen, um mehr Zeit in der Stadt verbringen zu können.

Bei einer geführten Tour mit dem Schwerpunkt Römer in Regensburg gibt es jede Menge wertvolle Informationen über die Geschichte der Stadt. Wären die Römer damals nicht hierhergekommen, dann würde die Stadt wohl ganz anders aussehen oder überhaupt nicht existieren. An die 6000 Soldaten und 6000 Zivilisten haben zur Zeit der Römer in Regensburg gelebt – es galt als das größte Legionslager nördlich der Alpen. Im Historischen Museum findest du viele Artefakte aus dieser Zeit.

Regensburg Donaulimes

Regensburg Dirndl

Künzing: Römisches Amphitheater

In Künzing hefte ich mich auf dir Fersen der Römer im Museum Quintana und erfahre dort von einem Sensationsfund. In der kleinen Ortschaft leben heute lediglich 3000 Menschen und gerade hier hat man ein römisches Amphitheater gefunden. Im Museum selbst gibt es ein Modell wie das Bauwerk aus Holz ausgesehen haben kann. Wahrscheinlich ist, dass es für ein einmaliges Event errichtet wurde. Außerdem erfahre ich, dass es auch weibliche Gladiatoren gab, die in den Arenen gekämpft haben.

Unweit des Museums – eben dort wo das Amphitheater entdeckt wurde – steht heute ein Holzgerüst. 600 Menschen sollen hier Platz gefunden haben.

Römer Donaulimes Künzing Amphitheater Holz

Passau: Grenz- und Zollstadt

Seitdem ich in Linz lebe, will ich in die Drei-Flüsse-Stadt Passau. Mehr als drei Jahre hat es gedauert, bis sich dieser Wunsch erfüllen sollte. Bereits zur Zeit der Römer war Passau eine Grenzstadt – damals zwischen zwei Provinzen (Raetia und Noricum) sowie zwei Zollbezirken. Im Römermuseum Boiotro bekommst du einen guten Eindruck über die Funde in Passau und Umland.

Oberranna: Römerburgus

Mein Römer-Highlight auf dieser Reise durch Bayern und Oberösterreich ist mit Abstand (!!!) der Römerburgus in Oberranna. Diese massive Kleinbefestigung stand direkt an der Donau und wurde im Rahmen der Oberösterreichischen Landesausstellung ausgegraben und für Besucher aufbereitet. Der Quadriburgus hatte Außenmaße von 28 x 28 Meter und man nimmt an, dass der Bau dreistöckig und ungefähr 10 Meter hoch war.

Über die zum Teil freigelegten Mauerreste des Römerburgus wurden eine Besucherbrücke und eine Dachkonstruktion errichtet. Der Eintritt ist übrigens gratis und nach Voranmeldung finden auch Führungen statt, die sehr zu empfehlen sind, denn dann kann man auch zwischen den Mauerresten umherschlendern.

Oberranna Burgus Römerburgus Burg Römer Donaulimes

Schlögen: Römerbad, Römerpark & Donauschlinge

Und auch Schlögen stand schon länger auf meiner „Lerne deine Heimat kennen“-Liste. Der Blick auf die Donauschlinge von der Aussichtsplattform ist nicht nur genial, sondern war auch für die Römer ein wichtiger Punkt, um die Donau zu kontrollieren. Im Tal dieses strategischen Punktes befinden sich auch der Römerpark und das Römerbad. Zwei weitere Orte, die du dir auf deiner Reise auf den Spuren der Römer ansehen kannst. Gerade vom Römerbad bin ich begeistert, denn anhand von Zeichnungen kann man verstehen wie damals ihre heißen Bäder genossen haben.

Römer Donaulimes Schlögen Donauschlinge

Linz: Kastell Lentia

In meiner Wahlheimat in Linz begebe ich mich als nächstes auf die Spurensuche. In der Altstadt und am Römerberg wurden in kleinen Abschnitten Ausgrabungen durchgeführt. Heute weiß man, dass sich unter Linz noch einige Schätze aus der Römerzeit verstecken. Das Kastell Lentia war eine Befestigungsanlage in der römischen Provinz Noricum und war Teil einer Kastellkette entlang der Donau. Im Schlossmuseum Linz gibt es übrigens einen eigenen Bereich, der sich ausschließlich der Zeit widmet in der die Römer hier präsent waren.

Donaulimes LinzDonaulimes Linz Kastell Lentia

Enns: Lauriacum

Mein letzter Stopp führt mich in eine der ältesten Städte in Österreich: nach Enns. Damals bekannt als Lauriacum galt die Stadt als eine der wichtigsten Handels- und Militärstützpunkte an der Nordgrenze des Römischen Reichs. Das Museum Lauriacum beheimatet eine kurzweilige und zum Teil interaktive Ausstellung, die sich ins besonders dem Leben im Legionslager widmet. Von den Museen, die ich auf meiner Reise entlang der Donau besucht habe, ist das Lauricum mein Favorit.

Römer Donaulimes EnnsRömer Donaulimes Lauriacum Enns

Mehr Römer gefällig?

Hier findest du zahlreiche Informationen über die verschiedenen Römischen Funde, Museen und Sehenswürdigkeiten entlang der Donau.

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11 xmal Dein Senf dazu...

  • Wow, das ist ja echt eine interessante Tour. Ich kenne bisher gar nichts davon, nur die Begriffe und natürlich das es Römer gab. Die Donauschlinge finde ich total beeindruckend, aber auch die Burgtore aus der damaligen Zeit gefallen mir immer wieder. Die Bauwerke waren einfach immer so toll verziert und mächtig. Linz kenne ich auch noch gar nicht, das sollte ich mal ändern.

    LG Manja

  • Liebe Viki,

    vielen Dank, dass du uns mit auf die Spuren der Römer genommen hast! Ich liebe ja Geschichte und noch mehr, wenn sie sogar noch sichtbar ist.
    Mir gefällt sehr, wie du den Artikel aufgebaut hast und nun habe ich selber Lust auf den Spuren der alten Römer zu wandeln.

    Liebe Grüße,
    Mo

  • Schöner Überblick über österreichische Städte. Ich war nur schon mehrmals in Salzburg und hab dort immer Nockerln gegessen… lol. Das muss halt einfach sein. Leider hab ich Wien noch nicht geschafft. Linz scheint ja auch recht schön zu sein und viel größer als ich dachte. Werde mir deinen extra Artikel zu Linz auch noch mal anschauen. Viele Grüße!

  • Was für eine tolle Idee mit der Reise entlang der Donau! Die Donau hat mich auch lange begleitet, da ich in Passau studiert habe, aber ich habe mich auch nie mit der Historie beschäftigt. Danke für den Tollen Einblick!

  • Wow, das sieht nach einer tollen Tour aus – ich bin echt begeistert.
    Hatte ich ehrlich gesagt so auch gar nicht auf dem Schirm. Ich bin
    gespannt, welche Spuren du in Linz noch findest 🙂

    Liebste Grüße,
    Elisa

  • Regensburg und Passau habe ich auch schon besucht und fand beide Städte, wie Du ja auch, wunderschön. Aber mit Deinem Beitrag hast Du mir gezeigt, wie interessant es an der Donau auch abseits der größeren Städte ist. Muss ich doch unbedingt noch mal hin, um mir vieles anzuschauen, was ich noch nicht kenne oder auch wovon ich noch nie gehört habe. Der Römerburgus zum Beispiel. Klingt echt spannend.
    LG Renate

  • Ach wie toll! Ich finde es klasse, dass wir noch solche funde aufbewahren, um so alte Kulturen zu erhalten. Bei uns in der Nähe in Konstanz steht auch noch ein Teil der Mauer. Was es damit aber auf sich hat, weiß ich nicht wirklich.
    Viele Grüße
    Wioleta

  • Ich war vergangenes Silvester in Rom und fand die alte Architektur dort schon unheimlich interessant! Spannend, wie weit sich die Römer damals ausgebreitet hatten und schön, dass man davon immer noch so viel sehen kann! Lebendige Geschichte! Finde ich toll!

    Liebe Grüße
    Jana

  • Oh das wäre sicherlich ein schönes Ausflugsziel! Weißt du ob das auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist? Ich liebe es nämlich neue Städte zu erkunden. Mit dem Rollstuhl ist das aber leider gar nicht so einfach.

    Liebe Grüße,
    Saskia Katharina

  • Uuuiiii, das ist ja richtig Geschichte zum Anfassen und Sehen. Die Römerzeit… da gibt es viel zu entdecken. Danke für den tollen Bericht und die noch tolleren Fotos. Ich lerne da gerne immer mal was dazu!

    Lieben Gruß, Bea.

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